dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 09.11.2016

Mittwoch, 09.11.2016 17:13 von

US-WAHL/ROUNDUP: Märkte stabilisieren sich nach Trump-Schock

FRANKFURT - Die Finanzmärkte in Europa haben sich nach einem anfänglichen Schock über den Wahlausgang in den USA am Mittwoch wieder stabilisiert. Der Dax verbuchte nach Verlusten von rund 3 Prozent zum Mittag nur noch einen Abschlag von 0,90 Prozent bei 10 387,72 Punkten. Auch der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 erholte sich deutlich und notierte zuletzt ein Minus von nur noch 1,09 Prozent bei 2990,33 Punkten. Zwar habe das Wahlergebnis die Märkte kurz durcheinander gewirbelt, doch "trotz aller Aufregung gilt: An den Börsen wird das Leben weiter gehen", kommentierte Anlagestratege Heinz-Werner Rapp vom Vermögensverwalter Feri Investment.

US-WAHL/ROUNDUP: Deutsche Wirtschaft besorgt über Trumps Wahlsieg

BERLIN - Die deutsche Wirtschaft ist besorgt über den Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA. Ökonomen und Verbände verwiesen am Mittwoch auf die hohe Unsicherheit über den Kurs des künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Er hatte im Wahlkampf mit nationalistischen Äußerungen Aufsehen erregt und angekündigt, gegen Freihandel einzutreten und die heimische Industrie abzuschotten.

US-WAHL: EU sieht auch mit Trump weiter Chance für Handelsabkommen TTIP

BRÜSSEL - Auch nach dem Wahlsieg des Freihandelsgegners Donald Trump gibt die EU das geplante Abkommen TTIP mit den USA noch nicht verloren. Es gebe unverändert gute Gründe für den Handelsvertrag wie neue Jobs und ein besseres Investitionsklima, sagte Kommissionsvizepräsident Jyrki Katainen am Mittwoch in Brüssel.

US-Wahl: Ifo-Institut erwartet Rückschlag für wirtschaftliche Entwicklung

MÜNCHEN - Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, erwartet vom Wahlsieg Donald Trumps einen Rückschlag für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. "Wenn Trump die Handelsschranken durchsetzen könnte, die er angekündigt hat, wäre der Schaden groß", sagte Fuest am Mittwoch in München. Schließlich würden in Deutschland 1,5 Millionen Arbeitsplätze vom US-Geschäft abhängen, und die USA seien der wichtigste Handelspartner Deutschlands.

US-WAHL: Allianz-Chef erwartet nach Trump-Sieg Aus für TTIP

MÜNCHEN - Allianz-Chef Oliver Bäte erwartet nach dem überraschenden Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl mehr Abschottung und eine längere Phase der Unsicherheit. "Ich rechne mit einer eher expansiven, stimulierenden Fiskalpolitik, aber auch mit der Neigung zu einer protektionistischen Handelspolitik mit weitreichend negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft", teilte der Chef von Europas größtem Versicherer am Mittwoch mit. Das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP werde Trump wohl einstellen. Bäte hofft, dass es irgendwann einen neuen Anlauf geben wird.

US-WAHL: EZB will Lage genau beobachten

BRÜSSEL - Laut EZB-Chefvolkswirt Peter Praet ist es zu früh, um auf das US-Wahlergebnis zu reagieren. Die Notenbank wolle durch die Volatilität an den ersten Tagen hindurchschauen und die Lage genau beobachten, sagte Praet am Mittwoch in Brüssel. "Wir müssen eine wenig geduldig sein und sehen wie sich die Dinge entwickeln."

US-WAHL: IW fürchtet Unsicherheit nach Trump-Wahl

BERLIN - Die Unsicherheit nach Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten wird der deutschen Wirtschaft nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) einen Dämpfer versetzen. Vor allem für Investitionen sei Ungewissheit Gift, sagte IW-Direktor Michael Hüther am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die wirtschaftliche Aktivität bekomme durch die Wahl eine "massive Tüte Sand ins Getriebe", sagte er. Denn es sei bislang unklar, ob die "kruden, nicht zusammenpassenden, eigentlich auch erschreckenden Äußerungen" Trumps umgesetzt würden.

US-WAHL/Pariser Ministerin: Trump kann Pariser Klimaabkommen nicht blockieren

PARIS - Der künftige US-Präsident Donald Trump kann die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens nach Einschätzung von Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal nicht verhindern. "Anders als er gesagt hat, kann er die Vereinbarung von Paris nicht aufkündigen", sagte Royal am Mittwoch in einem Interview des französischen Radiosenders RTL.

US-WAHL/Commerzbank: Trump-Sieg größeres Problem als Brexit

FRANKFURT - Ein Wahlsieg von Donald Trump dürfte nach Einschätzung der Commerzbank (Commerzbank Aktie) für die Märkte langfristig ein größeres Problem sein als das Brexit-Votum der Briten. Natürlich könnten sich die Aktienmärkte nach dem unvermeidlichen Ausverkauf wieder rasch erholen, schrieb der Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer in einer Studie. Allerdings gehe die immer noch größte Volkswirtschaft der Welt unter einem Präsidenten Trump in der Handelspolitik auf Konfrontationskurs. Hinzu komme die monatelange Unsicherheit darüber, was genau Trump tun werde.

US-WAHL/'Selbstzerfleischung': Das sagen Ökonomen zum Wahlsieg Donald Trumps

FRANKFURT - Der Wahlsieg Donald Trumps hat an den Finanzmärkten zu Schockreaktionen geführt. Volkswirte fühlen sich an den für viele überraschenden Ausgang des Brexit-Votums erinnert. Die Folgen für die globale Wirtschaft könnten jedoch dieses Mal schlimmer sein. Unklar sei unterdessen, wie viele seiner im Wahlkampf geäußerten Pläne Trump als Präsident tatsächlich umsetzen kann.

US-WAHL/DIW: Deutsche Wirtschaft wird kaum unter Wahl Trumps leiden

BERLIN - Die deutsche Wirtschaft wird nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kaum unter der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten leiden. "Ich erwarte eigentlich keine großen negativen Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Trump wird seine Wahlversprechen - also aus der Welthandelsorganisation auszutreten, Freihandel mit Europa zu beenden

US-WAHL: Irans Atomorganisation gibt sich nach Trumps Wahlsieg abwartend

TEHERAN - Die iranische Atomorganisation hat verhalten auf die Wahl des Republikaners Donald Trump zum US-Präsidenten reagiert. "Wir müssen uns alle erst einmal beruhigen und abwarten, bis der neue US-Präsident seine konkrete Politik (mit Blick auf das Atomabkommen mit dem Iran) bekanntgibt", sagte der Sprecher der Organisation, Behrus Kamlwandi, am Mittwoch. Seiner Einschätzung nach seien die Aussagen Trumps zur Annullierung des Atomabkommens "mehr Wahlkampfrhetorik" gewesen. Als Präsident werde Trump anders handeln als der Kandidat Trump es angekündigt hatte.

Kundenhinweis: ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst./jsl