dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 06.09.2016

Dienstag, 06.09.2016 17:10 von

USA: Stimmung der Dienstleister bricht ein - Sechsjahrestief

WASHINGTON - Die Stimmung im Dienstleistungssektor der USA ist im August regelrecht eingebrochen. Der Einkaufsmanagerindex ISM (Institute for Supply Management) sei im Vergleich zum Vormonat von 55,5 Punkten auf 51,4 Punkte gefallen, teilte das Institut am Dienstag mit. Dies ist der niedrigste Stand seit über sechs Jahren. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 54,9 Punkte gerechnet.

Eurozone wächst moderat - Frankreich und Italien Schlusslichter

LUXEMUBURG - Die Eurozone ist im zweiten Quartal dank eines regen Außenhandels und eines soliden Konsums moderat gewachsen. Nach Angaben des Statistikamts Eurostat vom Dienstag lag die Wirtschaftsleistung (BIP) 0,3 Prozent höher als im ersten Vierteljahr. Das waren 0,2 Prozentpunkte weniger als das Wachstum im ersten Quartal. Im Jahresvergleich erhöhte sich das BIP um 1,6 Prozent. Vorläufige Zahlen wurden damit bestätigt.

ROUNDUP: Deutsche Industrieaufträge starten schwach ins dritte Quartal

WIESBADEN - Der Anstieg der deutschen Industrieaufträge ist im Juli hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Zudem beruht der Zuwachs vor allem auf schwankungsanfälligen Großaufträgen. Dies geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag hervor. Ökonomen zeigten sich eher zurückhaltend mit Blick auf die weitere Entwicklung in der Industrie in den kommenden Monaten.

Schweiz: Wirtschaft wächst im zweiten Quartal stärker als erwartet

ZÜRICH - Die Schweizer Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2016 im Quartalsvergleich überraschend stark gewachsen. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg in der Periode von April bis Juni zum Vorquartal um 0,6 Prozent und zum Vorjahresquartal um 2,0 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mitteilte. Nach oben revidiert wurden außerdem die BIP-Zahlen für das erste Quartal 2016, und zwar auf +0,3 Prozent von +0,1 Prozent im Vorquartalsvergleich bzw. auf +1,1 Prozent von +0,7 Prozent im Vorjahresvergleich.

ROUNDUP: Deutsche Chemie sieht keine Belebung - Prognosen für 2016 bekräftigt

FRANKFURT - Die deutsche Chemieindustrie bleibt wegen der Schwäche in den Schwellenländern für das laufende Jahr weiter vorsichtig. "Das Chemiegeschäft dürfte auch in der zweiten Jahreshälfte ohne Dynamik bleiben", sagte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Marijn Dekkers, am Dienstag laut Mitteilung. Weder im Inland noch im Ausland seien nachhaltige Wachstumsimpulse erkennbar. "Unsicherheiten wie der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der EU kommen hinzu", sagte der ehemalige Bayer-Chef. Die zuletzt gekappten Prognosen für 2016 bestätigte er.

GESAMT-ROUNDUP: Schäuble kündigt für 2017 leichte Steuersenkung an

BERLIN - Arbeitnehmer können sich schon vom kommenden Jahr an auf geringfügige Steuerentlastungen einstellen. Grundfreibetrag, Kindergeld, Kinderfreibetrag sowie der Steuertarif würden im Zuge des Existenzminimumberichts angepasst und Auswirkungen der sogenannten kalten Progression korrigiert, sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Dienstag in Berlin zum Auftakt der Haushaltsberatungen des Bundestages. Angesichts der geringen Preissteigerung sei aber nur mit "begrenzten Auswirkungen" zu rechnen. Zu den in Aussicht gestellten Steuer-Anpassungen ist die schwarz-rote Koalition allerdings größtenteils verpflichtet.

Deutschland: Zahl der Vollzeitstellen steigt auf Niveau von 2002

NÜRNBERG - Erstmals seit 14 Jahren wird es nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern in diesem Jahr im Schnitt wieder mehr als 24 Millionen Vollzeitbeschäftigte in Deutschland geben. Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) am Dienstag mitteilte, stieg die Zahl der Vollzeitbeschäftigten im zweiten Quartal um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Insgesamt waren im Zeitraum April bis Juni rund 43,5 Millionen Menschen erwerbstätig (plus 1,2 Prozent).

Immer mehr Haushalte im Deutschland sind stark verschuldet

BERLIN - Die Zahl der überschuldeten Haushalte in Deutschland hat einem Medienbericht zufolge in den vergangenen Jahren zugenommen. 2015 waren demnach bundesweit 1,97 Millionen Privathaushalte überschuldet. Das geht aus Zahlen des Bundesarbeitsministeriums hervor, die der "Nordwest-Zeitung" (Dienstag) vorliegen und im neuen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung veröffentlicht werden sollen.

Weltwirtschaftsinstitut erwartet Wachstum von knapp zwei Prozent

HAMBURG - Die deutsche Wirtschaft hat sich in diesem Jahr besser als erwartet entwickelt. Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) hob am Dienstag seine Prognose für das Wachstum im laufenden Jahr von 1,5 auf 1,9 Prozent an. Dafür seien die andauernd expandierenden Ausgaben des Staates sowie überraschend positive Wachstumsimpulse von außen verantwortlich, hieß es in einer Mitteilung des Instituts. Im kommenden Jahr werde sich die konjunkturelle Aufwärtsentwicklung fortsetzen. Wegen statistischer Effekte und einer geringeren Zahl von Arbeitstagen erwarten die Hamburger Forscher ein Wachstum von rund 1,5 Prozent.

'Handelsblatt': Schäuble spart 122 Milliarden durch EZB-Politik

BERLIN - Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) beim Erreichen der Schwarzen Null kräftig Rückenwind gegeben. Auf 122 Milliarden Euro summierten sich die Einsparungen bei den Zinsen im Vergleich zu den ursprünglichen Finanzplänen in den Jahren von 2008 bis 2015, berichtete das "Handelsblatt" (Dienstag). Das gehe aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor, die der Zeitung vorliegt.

Kundenhinweis: ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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