dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 05.10.2016

Mittwoch, 05.10.2016 17:07 von

USA: Stimmung der Dienstleister steigt überraschend deutlich

WASHINGTON - Die Stimmung im Dienstleistungssektor der USA hat sich im September überraschend deutlich aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex des ISM Institute for Supply Management sei von 51,4 Punkten im Vormonat auf 57,1 Punkte gestiegen, teilte das Institut am Mittwoch in Washington mit. Dies ist der höchste Stand seit elf Monaten. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg auf 53,0 Punkte gerechnet.

USA: Industrieaufträge legen überraschend zu

WASHINGTON - Die Aufträge für die US-Industrie haben im August überraschend etwas zugelegt. Die Neuaufträge seien um 0,2 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet. Ohne Berücksichtigung schwankungsanfälliger Transportgüter zeigten sich die Auftragseingänge im August allerdings unverändert.

USA: Defizit in Handelsbilanz höher als erwartet

WASHINGTON - Das Defizit in der US-Handelsbilanz ist im August höher ausgefallen als erwartet. Der Fehlbetrag habe 40,7 Milliarden US-Dollar betragen, teilte das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Bankvolkswirte hatten mit einem Defizit von 39,2 Milliarden Dollar (Dollarkurs) gerechnet. Im Vormonat hatte der Fehlbetrag 39,5 Milliarden Dollar betragen.

USA: Beschäftigung im Privatsektor steigt schwächer als erwartet - ADP

WASHINGTON - Der US-Arbeitsmarkt hat sich laut einer Umfrage eines privaten Instituts im September schwächer entwickelt als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten im Privatsektor habe um 154 000 zugelegt, teilte der private Jobdienstleister ADP am Mittwoch mit. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Anstieg um 165 000 gerechnet. Zudem wurde der Stellenaufbau im Vormonat von 177 000 auf 175 000 nach unten revidiert.

ROUNDUP 2/Kreise: EZB erwägt schrittweisen Abschied vom Wertpapierkaufprogramm

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) will Kreisen zufolge einen harten Schnitt beim Ausstieg aus ihrem milliardenschweren Wertpapierkaufprogramm vermeiden. Die Notenbank könnte schon vor einem Ende des Programms ihre Käufe verringern, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstagabend unter Berufung auf nicht genannte EZB-Vertreter. Das Volumen könnte dann laut einem Szenario um je 10 Milliarden Euro im Monat vermindert werden. Die Märkte reagierten deutlich auf die Nachricht.

Ceta-Abkommen von Tagesordnung des Kabinetts genommen

BERLIN - Das Bundeskabinett hat sich auf seiner Sitzung nicht wie geplant mit dem Ceta-Freihandelsabkommen beschäftigt. "Die Bundesregierung hat sich darauf verständigt, die Befassung des Kabinetts zu Ceta zu verschieben", teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mit. Es führte als Hintergrund verfahrenstechnische Gründe an.

ROUNDUP: Maschinenbauer hoffen nach Stagnation auf bessere Geschäfte 2017

FRANKFURT - Deutschlands Maschinenbauer können sich der eingetrübten Weltkonjunktur in diesem Jahr nicht entziehen. Besser sollen die Geschäfte 2017 laufen. Die exportorientierte Branche rechnet nach einer Stagnation in diesem Jahr dann mit einem Plus der realen Produktion von einem Prozent, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch mitteilte.

Eurozone: Umsätze im Einzelhandel leicht gesunken

LUXEMBURG - Die Einzelhändler im Euroraum haben im August leicht rückläufige Umsätze verzeichnet. Nach Zahlen des Statistikamts Eurostat vom Mittwoch gingen die Erlöse zum Vormonat um 0,1 Prozent zurück. Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas deutlicheren Rückgang um 0,3 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich stiegen die Umsätze um 0,6 Prozent. Experten hatten hier mit einem stärkeren Zuwachs um 1,5 Prozent gerechnet.

Großbritannien: Stimmung der Dienstleister trübt sich leicht ein

LONDON - Die Stimmung der britischen Dienstleister hat sich im September nur leicht eingetrübt. Wie das Institut Markit am Mittwoch mitteilte, fiel der von ihm erhobene Index um 0,3 Punkte auf 52,6 Zähler. Analysten hatten im Mittel mit einem etwas stärkeren Rückgang auf 52,2 Punkte gerechnet. Im Juli war der Indikator kurz nach dem Brexit-Votum eingebrochen, im Folgemonat hatte er sich aber deutlich erholt. Im Trend hat sich die Dienstleisterstimmung in den vergangenen Monaten eingetrübt.

Eurozone: Unternehmensstimmung auf tiefstem Stand seit Anfang 2015

LONDON - Die Stimmung in den Unternehmen des Euroraums hat sich im September erwartungsgemäß verschlechtert. Wie das Institut Markit am Mittwoch in einer zweiten Schätzung mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex um 0,3 Punkte auf 52,6 Zähler zurück. Das ist der tiefste Stand seit Januar 2015. Der Wert der Erstschätzung wurde bestätigt. Der Indikator liegt weiter klar über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Schäuble will beim IWF mit Investitionsplus und Steuersenkung punkten

BERLIN - Deutschland will die internationale Kritik am Investitionsvolumen und der Binnenkonjunktur auch mit einem Hinweis auf die geplanten Steuersenkungen entkräften. Auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) Ende dieser Woche in Washington werde Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf die Investitionsquote sowie die ab 2017 geplanten Steuersenkungen von jährlich 6,3 Milliarden Euro verweisen, hieß es am Mittwoch in Berlin. Die deutsche Investitionsquote - der Anteil privater und staatlicher Investitionen in Relation zur Wirtschaftsleistung - liege mit 20,4 Prozent deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Gold (Goldkurs) erholt sich von scharfem Preisrückgang

LONDON - Der Goldpreis hat sich am Mittwoch von seinem scharfen Preisrückgang am Dienstag erholt. Am Mittwochvormittag kostete eine Feinunze (etwa 31 Gramm) des Edelmetalls 1273 US-Dollar und damit fünf Dollar mehr als am Dienstagabend. Dagegen war der Goldpreis am Nachmittag des Vortages zügig um etwa 40 Dollar abgesackt. Mit 1266 Dollar war Gold so wenig Wert wie seit dem Brexit-Referendum Ende Juni nicht mehr.

Kundenhinweis: ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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