dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 04.10.2016

Dienstag, 04.10.2016 17:16 von

IWF: USA und Brexit drücken auf weltweites Wirtschaftswachstum

WASHINGTON - Der Internationale Währungsfonds (IWF) tritt bei seiner Herbstprognose für die weltweite Wirtschaft weiter auf die Bremse. Vor allem hinsichtlich der USA als größte Volkswirtschaft der Welt herrscht wenig Optimismus. Der IWF nahm am Dienstag seine Prognose für die USA für das laufende Jahr im Vergleich zum Juli um 0,6 Prozent zurück, für das nächste Jahr um 0,3 Prozent. Die Weltwirtschaft insgesamt werde wie bereits im Juli prognostiziert um 3,1 Prozent wachsen, im nächsten Jahr um 3,4 Prozent. Neben einem schwächer gewordenen US-Wachstum drückten vor allem die Unsicherheiten in Verbindung mit dem Brexit-Votum in Großbritannien auf das Wachstum, teilte der IWF am Dienstag in Washington mit.

ROUNDUP 4: Merkel und Länderchefs suchen Einigung über Bund-Länder-Finanzen

BERLIN - In die Bund-Länder-Verhandlungen über eine Neuordnung der Finanzbeziehungen kommt nach monatelangem Stillstand wieder Bewegung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lotete am Dienstag in Berlin mit mehreren Ministerpräsidenten sowie Spitzen der Koalition eine Einigung über die Bund-Länder-Finanzen nach dem Jahr 2019 aus.

US-Notenbanker Lacker: Zu starken Anstieg der Inflation vermeiden

FRANKFURT - Nach Einschätzung des US-Währungshüters Jeffrey Lacker wären Leitzinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed zur Vermeidung einer zu stark steigenden Inflation angemessen. "Während ein Auftrieb bei der Inflation momentan als entferntes und bloß theoretisches Problem erscheinen mag, könnten vorsichtige präventive Schritte uns dabei helfen, die Entstehung einer schwer vorhersehbaren Situation zu vermeiden, die dann drastischere Schritte erfordern würde", sagte Präsident der regionalen Notenbank von Richmond laut einem Redetext am Dienstag in Charleston.

ROUNDUP 3: Merkel und Länderchefs suchen Einigung über Bund-Länder-Finanzen

BERLIN - Bund und Länder haben am Dienstag in Berlin einen neuen Anlauf für eine Einigung über die künftigen Finanzbeziehungen genommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Ministerpräsidenten aus Unions- und SPD-geführten Ländern überraschend zu einem Spitzengespräch geladen. Ein Durchbruch wurde sowohl auf Bundes- als auch auf Länderseite nicht ausgeschlossen.

ROUNDUP 2/Furcht vor 'hartem' Brexit: Britisches Pfund schwach wie zuletzt 1985

FRANKFURT - An den Finanzmärkten ist die Brexit-Angst zurück: Hinweise der britischen Premierministerin Theresa May zu den anstehenden Verhandlungen um den Austritt des Landes aus der Europäischen Union (EU) haben die Furcht vor einer "harten" Variante des Brexit befeuert. Das britische Pfund geriet dadurch seit dem Wochenbeginn stark unter Druck, war am Dienstag noch schwächer als unmittelbar nach dem Brexit-Votum und erreichte den schwächsten Wert seit 1985. Auch die Kurse der britischen Staatsanleihen gaben nach. In diesem Umfeld bemerkenswert: An der Londoner Börse ging es kräftig bergauf. Ein billiges Pfund könnte der britischen Exportwirtschaft nützen, so die Hoffnung vieler Anleger.

ROUNDUP/Verband: Deutsche Exporte trotz Abkühlung weiter auf Rekordkurs

BERLIN - Die deutsche Wirtschaft steuert trotz des lahmenden Welthandels und politischer Krisen auf einen weiteren Exportrekord zu. Der Außenhandelsverband BGA rechnet für dieses Jahr bei den Ausfuhren mit einem leichten Plus von maximal zwei Prozent auf 1 220 Milliarden Euro. "Auf absehbare Zeit" kühlen sich die Außenhandelsaktivitäten aber weiter ab, wie BGA-Präsident Anton Börner am Dienstag in Berlin mitteilte. Im ersten Halbjahr 2016 seien die Ausfuhren lediglich um 1,4 Prozent und die Importe nach Deutschland sogar nur um 0,2 Prozent gestiegen.

ROUNDUP 2/Kreise: Merkel und Länderchefs suchen Einigung zu Bund-Länder-Finanzen

BERLIN - Bund und Länder wollen bei einem überraschend angesetzten Spitzentreffen an diesem Dienstag in Berlin eine Einigung über die künftigen Finanzbeziehungen ausloten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur für den Nachmittag Ministerpräsidenten aus Unions- und SPD-geführten Ländern zu möglicherweise entscheidenden Gesprächen ins Kanzleramt geladen. Es bestünden durchaus Chancen für eine Einigung zur Neuordnung der Bund-Länder-Finanzen nach dem Jahr 2019, hieß es.

Indische Notenbank senkt Leitzins

FRANKFURT - Das neue Führungsgremium der indischen Notenbank hat auf ihrer ersten Zinssitzung einstimmig eine Leitzinssenkung beschlossen. Der Zinssatz werde von 6,50 auf 6,25 Prozent gesenkt, teilte die Notenbank am Dienstag in Mumbai mit. Das ist das niedrigste Niveau seit Januar 2011. Experten waren im Vorfeld der Entscheidung uneins gewesen, ob die Notenbanker weiter an der Zinsschraube drehen würden oder nicht.

Türkei rechnet nach gescheitertem Putsch mit geringerem Wachstum

ISTANBUL - Nach dem gescheiterten Putsch hat die türkische Regierung ihre Wirtschaftsprognose nach unten korrigiert. Sie rechnet für 2016 nur noch mit einem Wachstum von 3,2 Prozent, wie Ministerpräsident Binali Yildirim bei der Vorstellung des mittelfristigen Regierungsprogramms am Dienstag in Ankara erklärte. Im Januar hatte die Regierung für dieses Jahr noch einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 4,5 Prozent erwartet. Die Wachstumsprognose für 2017 korrigierte sie von 5 auf 4,4 Prozent herab.

Eurozone: Erzeugerpreise sinken etwas stärker als erwartet

LUXEMBURG - In der Eurozone sind die Erzeugerpreise im August etwas stärker gefallen als erwartet. Sie seien im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent gesunken, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Volkswirte hatten im Schnitt einen Rückgang um 0,1 Prozent erwartet. Im Vormonat waren sie allerdings noch um revidierte 0,3 Prozent gestiegen. Zunächst war nur ein Plus von 0,1 Prozent ermittelt worden.

Neuer Notenbankchef von Australien lässt Leitzins unverändert auf Rekordtief

FRANKFURT - Bei der ersten Zinssitzung seiner Amtszeit hat der neue australische Notenbankchef Philip Lowe von einer weiteren Zinssenkung abgesehen. Der Leitzins bleibe unverändert auf dem Rekordtief von 1,50 Prozent, teilte die Reserve Bank of Australia (RBA) am Dienstag mit. Experten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet und rätseln nun über mögliche künftige Zinssenkungen.

ROUNDUP 2:/'Historischer Moment': EU-Parlament macht Weg frei für Klimavertrag

STRASSBURG - Der historische Pariser Klimavertrag kann Anfang November in Kraft treten. Das Europaparlament votierte am Dienstag in Straßburg mit großer Mehrheit für das erste weltweit verbindliche Abkommen zum Kampf gegen die Erderwärmung - damit sind nun genug große Volkswirtschaften mit an Bord. Es sei eine große Ehre für ihn, "Zeuge dieses historischen Moments zu sein", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der in Straßburg mit dabei war.

Kundenhinweis: ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst. /jsl