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Die Wucher-Methoden der US-Pharmaindustrie

Samstag, 15.10.2016 11:40 von

Mit extremen Aufschlägen bei lebenswichtigen Medikamenten sorgte man in den USA für einen Sturm der Entrüstung. Das Problem liegt im ineffizienten und unfairen Gesundheitssystem der weltgrößten Volkswirtschaft.

Mit einer Preisanhebung um das 55-Fache bei einem lebenswichtigen Immunschwäche-Medikament wurde Martin Shkreli vor einem Jahr zum Inbegriff der unternehmerischen Raffgier. Die Empörung über den großmäuligen „Pharma-Bad-Boy“ ist noch immer riesig. Doch während Shkreli Politikern und Medien in den USA als Boxsack diente, dürften andere Pharma-Manager aufgeatmet haben. Denn dass sich der Volkszorn auf den 32-jährigen Provokateur richtete, lenkte vom Rest der Branche ab. Nun rücken weitere Konzerne ins Zwielicht.

Shkreli wurde in den USA zum Hassobjekt, nachdem seine Firma Turing Pharmaceuticals das Entzündungs-Medikament Daraprim – das unter anderem Aids-Patienten helfen soll – kaufte und den Preis schlagartig von 13,5 auf 750 Dollar (Dollarkurs) pro Pille anhob. Während das Mittel für viele Patienten unerschwinglich wurde, protzte Shkreli mit seinem Reichtum und hatte für Kritiker nur Hohn und Spott übrig. Doch die Wucher-Methode stellt im US-Pharmageschäft keine Ausnahme dar. Als eigentlichen Skandal empfinden viele Beobachter, dass die Preistreiberei völlig legal ist.

Immer wieder geraten in den USA Arzneimittel-Hersteller in die Kritik, weil sie Medikamente drastisch verteuern. Zuletzt rückte der Pharmakonzern Mylan (Mylan Aktie) in den Fokus, der den Preis für die Allergiespritzen EpiPen von 100 auf 600 Dollar angehoben hatte. Wer verstehen will, warum Shkrelis Ex-Firma Turing Pharmaceuticals oder Mylan Medikamente derart drastisch verteuern können, muss hinter die Kulissen des US-Pharmasektors schauen.

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