„Die Warnleuchten blinken“

Samstag, 03.09.2016 16:40 von

Die starke US-Wirtschaft konnte auf einen boomenden Automarkt bauen – bis jetzt. Denn zuletzt ist die Kauflust auf Neuwagen deutlich zurückgegangen. Das könnte für die gesamte Konjunktur in den USA zum Problem werden.

Der US-Automarkt brummt seit sechs Jahren, doch die Anzeichen für ein Ende des Booms nehmen zu. Nach dem Rekord-Verkaufsjahr 2015 rechnen Experten damit, dass der August bereits den dritten Monat mit sinkendem Absatz im laufenden Jahr markiert. Ein leichter Dämpfer wäre angesichts der florierenden Geschäfte, an die sich Branche gewöhnt hat, nicht weiter bedenklich. Eine schärfere Bremsung, vor der einige Analysten warnen, könnte hingegen unangenehme Folgen für die US-Wirtschaft haben.

„Die Warnleuchten für die Auto-Industrie blinken definitiv schon - und das betrifft das Verarbeitende Gewerbe generell“, sagt Branchenbeobachter Mark Muro von der Washingtoner Denkfabrik Brookings Foundation. Der Absatz der drei größten Autokonzerne im US-Markt – General Motors (General Motors Aktie) (GM), Ford und Toyota – nahm im August deutlich ab. GM und Toyota sind nun schon den sechsten Monat in diesem Jahr im Rückwärtsgang. Ford musste sogar ein Minus von neun Prozent verkraften. Die Schwergewichte sind keine Ausnahmen.

„Die jüngsten Daten signalisieren Gefahr für den Autosektor“, meint Experte Muro und rät der Branche, sich besser „anzuschnallen“. Warnungen vor einem Abschwung gab es zuletzt viele, erst vor kurzem erschreckte der US-Autoriese Ford Anleger mit einer trüben Prognose für das zweite Halbjahr und 2017. Die Frage scheint inzwischen nicht mehr so sehr, ob der Markt an Dynamik verliert - sondern wie sehr. Man bewegt sich allerdings auf einem hohen Niveau: 2015 kaufte die US-Kundschaft knapp 17,5 Millionen Neuwagen, soviele wie nie zuvor.

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