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Die Wall Street feiert Trump

Freitag, 11.11.2016 15:40 von

Bankaktien laufen besonders gut, befeuert von der Aussicht auf leichtere Regulierung und höhere Zinsen. Große Geldhäuser könnten aber auch negativ vom Protektionismus des neuen Präsidenten betroffen sei, warnen Experten.

Was ist von Trump als Wirtschafts- und Finanzpolitiker zu erwarten? Die Märkte haben ihr Urteil gesprochen. Aktien laufen, entgegen allen Befürchtungen, gut. Bankaktien besonders gut. Anleihen stehen zwar unter Druck. Aber das bedeutet höhere Zinsen, und die sind letztlich auch wieder gut für die Banken.

Außerdem hat Trump auf seiner neuen Website greatagain.gov bekräftigt, dass er das verhasste Dodd-Frank-Gesetz, das den Banken Tausende von lästigen und zum Teil kostspieligen Regeln auferlegt, abschaffen will. Hillary Clinton hat man vorgeworfen, zu eng mit der Wall Street verbandelt zu sein. Aber Donald Trump, so scheint es, ist der wahre Freund und Helfer der Wall Street.

Die Aktien der großen US-Banken sind durch den Trump-Effekt um etwa sechs bis zehn Prozent gestiegen. Nach Meinung des Researchhauses KBW werden vor allem regionale Banken und Lebensversicherer von höheren Zinsen und leichterer Regulierung profitieren. Die großen, internationalen Häuser wie etwa Citigroup (Citigroup Aktie) und JP Morgan könnten dagegen den kommenden Protektionismus schmerzhaft spüren, heißt es. Gerade bei der Citigroup spielt auch das Engagement in den Schwellenländern eine Rolle. Von negativen Auswirkungen auf Mexiko ist die dortige, relativ wichtige Tochter Banamex betroffen.

Große Banken müssen auch zur Kenntnis nehmen, dass Trump kritisiert: „Die großen Banken wurden größer, während die Kleinen mit einer Rate von einer pro Tag verschwunden sind.“ Bei den Republikanern, Trumps Partei, sind zwar Auflagen für die Wirtschaft verhasst, aber die großen Banken haben dort auch keine Freunde. Damit ist klar, dass es Wohltaten zunächst für die kleinen Geldhäuser geben dürfte.

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