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Die ungewöhnlichste Fluglinie der Welt

Samstag, 19.11.2016 11:20 von

2012 erstritt das Dorf Sarakuya in Ecuador vom Staat 1,3 Millionen Schadensersatz, mit dem Geld kauften die Bewohner zwei Flugzeuge. Jetzt besitzen 1400 Amazonas-Indigenas eine Airline, die etwas anders ist.

Etwas wacklig setzt die Cessna 182 P nach 20 Minuten Flug auf der Landepiste auf. Der Airline-Chef empfängt persönlich, er trägt eine Kette mit den Zähnen eines getöteten Tapirs. Am kleinen Flughafen von Shell (Royal Dutch Shell A Aktie). Das ist kein Scherz, das 8000-Einwohner-Nest am Rande des ecuadorianischen Amazonasgebiets heißt wirklich so. Hier hatte der Ölmulti 1937 seine erste Erdöl-Basis im Land errichtet.

Das umstrittene Öl (Rohöl) ist auch der Grund, warum José Gualinga vom Stamm der Kichwa heute Chef der ersten indigenen Airline der Welt ist. Gualinga gestikuliert, hinter ihm ist eine Karte mit rund 400 Landepisten im Regenwald zu sehen. Ein Jahr gibt es nun Aero Sarayaku, die wohl ungewöhnlichste Fluglinie der Welt. 2012 gewann der David, das Amazonas-Dorf Sarayaku, gegen den Goliath, den Staat Ecuador, vor dem Interamerikanischen Gerichtshof in Costa Rica.

Denn der hatte an den argentinischen Erdölkonzern CGC die Lizenz zur Erdölförderung im Gebiet von Sarayaku gegeben. Ohne die Bewohner zu fragen oder zu konsultieren begannen Erkundungsarbeiten. Der Ort liegt 70 Kilometer von Shell entfernt, im Primär-Regenwald. Sarayaku wurde Schadenersatz von 1,3 Millionen US-Dollar zugesprochen. 300.000 wurden für das Grundkapital der gemeinsamen Dorfbank genommen und für 610.000 Dollar (Dollarkurs) wurde die Fluglinie aufgebaut, erzählt der Verwalter der Banco Solidario Mushuk Kawsay, Rolando Santi. Der Banktresor steht übrigens in einer der hier typischen Pfahl-Holzhütten.

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