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Die ungewöhnliche Krankheitswelle

Freitag, 07.10.2016 16:40 von

Seit Beginn der Woche verspäten sich Flüge der Fluggesellschaft Tuifly oder fallen ganz aus. Und das Problem verschärft sich von Tag zu Tag. Der Grund: massenhaft krankgemeldete Mitarbeiter. Die haben Angst um ihren Job.

Hannover Airport, 9 Uhr morgens: Eine Großmutter liegt erschöpft mit Tochter und Enkelkind auf ihren Koffern und versucht zu schlafen. „Wie es weiter geht, wissen wir nicht“, sagt die alte Dame. Kurz nach Mitternacht war sie an der Heimatbasis des Ferienfliegers Tuifly eingetroffen, um in den Urlaub nach Antalya zu fliegen. Doch der Flug um 4 Uhr wurde kurzfristig abgesagt. So wie ihnen geht es zurzeit vielen Tuifly-Fluggästen in Deutschland. Entspannt am Strand liegen wollen sie, vor dem ersten Herbstgrau im Süden noch mal Sonne tanken. Doch für einige beginnt der Start in die Herbstferien mit Neonlicht und harter Airport-Bank in der Wartehalle.

Der Grund dürfte in der Zukunftsangst vieler Flugzeugbesatzungen begründet sein, die mit Sorge auf die Neuordnung ihrer Airline blicken. Angst macht krank – offenbar auch extrem kurzfristig. Seit Tagen mehren sich daher die kollektiven Krankmeldungen der Tuifly-Besatzungen. Da viele von ihnen auch für Air Berlin (Air Berlin Aktie) fliegen, wirbeln sie auch deren Flugpläne gehörig durcheinander. Tuifly hat am Donnerstag für den Partner Air Berlin nach dessen Angaben keinen einzigen der täglich 90 Flüge durchgeführt.

Handelt es sich wirklich um eine plötzliche Epidemie des Unwohlseins oder doch eine konzertierte Mitarbeiter-Aktion? Die Gewerkschaften verneinen, dass sie bei dieser Krankheitswelle involviert sind. „Wenn wir als Gewerkschaft für unsere Rechte kämpfen, tun wir das mit offenem Visier“, sagt Markus Wahl von der Piloten-Vereinigung Cockpit (VC). Doch der zeitliche Zusammenhang drängt Fragen auf.

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