Die Strompreis-Falle

Sonntag, 13.11.2016 22:20 von

In Europa befinden sich die Entgelte für Windstrom im freien Fall. Nur in Deutschland nicht, weil der Staat über mehrere Jahre eine hohe Vergütung garantiert. Die Strompreise drohen zum Standortnachteil für Deutschland zu werden.

Die Geduld der Wirtschaft mit der Energiepolitik geht zu Ende. „Erneuerbare Energien müssen sich an ökonomischer Effizienz messen lassen“, fordert Barbara Minderjahn, Geschäftsführerin des VIK, in dem sich große Energieverbraucher aus der Industrie zusammengeschlossen haben. Die Förderung erneuerbarer Energien ist „deutlich kostengünstiger zu gestalten“, mahnt Franziska Erdle, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVM).

Der Frust der Wirtschaft über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist nicht neu. Doch jetzt zeigt sich, wie groß die Nachteile in Deutschland sind. Vattenfall hat gerade eine Ausschreibung gewonnen, für das Ostsee-Windpark-Projekt „Kriegers Flak“ eine Anlage mit einer installierten Leistung von 600 Megawatt zu errichten. Der Energiekonzern erhielt den Zuschlag zum Preis von 4,99 Cent je Kilowattstunde. Ein Spottpreis, der jedoch nur auf der dänischen Seite des Projekts gilt. Im deutschen Teil von Nord- und Ostsee dagegen bekommen Windparks, die noch bis Ende 2019 ans Netz gehen, für die ersten acht Jahre eine gesetzlich garantierte Vergütung von 19,4 Cent.

Die Folge des fehlenden Wettbewerbs: In Deutschland müssen die Stromverbraucher noch über Jahre Milliarden dafür zahlen, dass Windparks zweistellige Renditen verdienen.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat das Problem erkannt – und ein Ausschreibungsverfahren durchgesetzt. Doch die Branche hat sich lange Übergangsfristen gesichert. Die hohen Strompreise werden so zum Standortnachteil für Deutschland.

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