„Die Reaktion der Bundesregierung war wirklich schwach“

Mittwoch, 02.11.2016 10:40 von

Türkische Behörden haben 13 Mitarbeiter der Zeitung „Cumhuriyet“ verhaftet. Die Bundesregierung zeigt sich zwar besorgt. Das reiche aber nicht, sagt der ehemalige Chefredakteur Can Dündar. Nun fordert er klare Signale.

Die Bundesregierung hat aus Sicht des ehemaligen „Cumhuriyet“-Chefredakteurs Can Dündar viel zu zögerlich und auf die Verhaftungen von Journalisten in der Türkei reagiert. „Die Reaktion der deutschen Regierung war wirklich schwach. Auch im Vergleich mit anderen westlichen Partnern der Türkei, wie etwa der Reaktion der USA“, sagte der Ex-Chefredakteur der türkischen Oppositionszeitung der „Welt“ (Mittwoch). Berlin habe die Verhaftungen nicht einmal verurteilt. „Besorgt sein hilft uns türkischen Journalisten nicht“, sagte Dündar, der im Exil in Deutschland lebt. Nun erwarte er von der europäischen Regierung ein klares Signal für die Demokratie in der Türkei. Der 55-Jährige wurde nach kritischen Berichten über den türkischen Geheimdienst in seiner Heimat wegen Spionage angeklagt und lebt daher in Deutschland.

„Seit Jahren sind die Europäer dauernd besorgt, aber das ändert nichts.“ „Cumhuriyet“ gilt als letzte große regierungskritische Zeitung in der Türkei. Zu viele europäische Regierungen dächten, dass sie unter Präsident Recep Tayyip Erdogan wenigstens eine stabile Türkei bekämen. „Wir verlieren die Türkei gerade. Europa muss sich überlegen, ob es wirklich ein islamofaschistisches Regime in der Türkei akzeptieren will.“ Dennoch sprach er sich gegen einen Abbruch der Verhandlungen über einen EU-Beitritt des Landes aus. „Isolation wäre eine Bestrafung für die Türkei, aber nicht für Erdogan.“ Erdogan treibt die Wiedereinführung der Todesstrafe in seinem Land voran. Die EU droht für diesen Fall mit dem Ende der Beitrittsverhandlungen.

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