Die Mittelständler kämpfen ums Überleben

Dienstag, 13.09.2016 14:40 von

Der Modefilialist Wöhrl hat sich mit Sinn-Leffers übernommen. Die Tochterfirma muss Insolvenz anmelden. Das Unternehmen ist kein Einzelfall: Weshalb mittelständische Modehändler immer mehr in die Defensive geraten.

Für die Rudolf Wöhrl AG sollte es der große Sprung werden. Als der Modefilialist vor vier Jahren die Sinn-Leffers-Gruppe übernahm, schwärmte Seniorchef Gerhard Wöhrl: „Sinn-Leffers passt perfekt zu Wöhrl.“ Er erwarte, dass sich beide Unternehmen „gegenseitig effektiv in ihrem Wachstumskurs stärken“.

Doch schon bald wurde klar: Wöhrl hat sich mit Sinn-Leffers übernommen. Die erhofften Synergien sind größtenteils ausgeblieben, die Neuerwerbung war offenbar eher Belastung als Bereicherung. Deutliches Zeichen dafür: Die Familie Wöhrl, die Sinn-Leffers von der deutschen Industrie Holding übernommen hatte, reichte das Unternehmen nie wie geplant an die Wöhrl AG weiter.

Nun scheint Wöhrl die Gunst der Stunde zu nutzen und das Problem zu lösen: Nur wenige Tage, nachdem sich Wöhrl selbst durch ein sogenanntes Schutzschirmverfahren vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt hatte, stellte die Schwester Insolvenzantrag. Nun kann Sinn-Leffers in einem Insolvenzplanverfahren in Eigenverantwortung saniert werden – ohne dass die Sanierung der ebenfalls angeschlagenen Rudolf Wöhrl AG dadurch weiter belastet wird.

Die Eskalation bei Wöhrl und Sinn-Leffers ist nur ein besonders spektakuläres Beispiel für eine Branche, die insgesamt ums (UMS Aktie) Überleben kämpft. Gerade die mittelständischen Textilhändler, die viele verschiedene Marken anbieten, wie Peek & Cloppenburg, Breuninger oder C&A, tun sich schwer. Zum einen kaufen immer mehr Kunden ihre Mode im Netz, zum anderen umgehen zahlreiche Markenhersteller den traditionellen Handel und verkaufen in ihren eigenen Markenshops direkt an die Kunden.

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.