Top-Thema

Die Franzosen verlieren allmählich die Geduld

Dienstag, 06.09.2016 18:20 von

Empörte Anwohner fordern eine Schließung des ausufernden Flüchtlingslagers in Calais. Die französische Regierung gerät sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl gewaltig unter Druck.

Streiks, Demonstrationen und Blockaden sind eine Spezialität Frankreichs. Sie gehören zur Kultur wie Käse und Wein. Und so verwundert es nicht, dass Proteste auch die Antwort auf die Flüchtlingskrise sind. Lastwagenfahrer und Bauern mit Traktoren blockierten am Montag in der Region um Calais Autobahn und Zufahrtsstraßen. Sie fuhren auch zum Hafen und sorgten für kilometerlange Staus – und damit auch für viel Aufsehen. Auf ihren Spruchbändern standen Slogans wie: „Die Bürger von Calais sind eingesperrt, die Flüchtlinge sind frei“.

Ihr Protest richtete sich gegen den „Dschungel“, das Flüchtlingslager von Calais, aber auch gegen die Tatenlosigkeit der Regierung. Die Anwohner haben genug vom Lager. Das Camp auf einer ehemaligen Mülldeponie hat die Stadt grundlegend verändert und hält Touristen fern.

Die französische Regierung gerät sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl am 23. April 2017 stärker unter Druck. Die konservative Opposition, darunter Nicolas Sarkozy, kritisiert die Zustände in Calais und fordert ein „geschlossenes Flüchtlingszentrum“ in Großbritannien. Für Sarkozy ist die Begrenzung der Migration eines der wichtigsten Wahlkampfthemen.

Und auch Marine Le Pen, die Chefin der rechtsextremen Partei Front National, kritisiert immer wieder den Umgang der Regierung mit dem Lager in Calais. Präsident François Hollande steht deshalb unter Zugzwang. Bisher hatte die europäische Flüchtlingskrise Frankreich kaum tangiert; anders als Deutschland zieht das Land nur wenige Flüchtlinge an.

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.