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„Die Flitterwochen sind vorbei“

Mittwoch, 26.10.2016 17:20 von

Wo endet legitimes Fördern – und wo beginnen unfaire Subventionen? Die Frage birgt viel Sprengstoff – und stellt die Beziehungen der beiden Länder vor eine große Belastungsprobe. China sieht sich zu Unrecht am Pranger.

Zwei Jahre hatte es gedauert, die Konferenz vorzubereiten. Jeder Schritt war durchchoreografiert. Die Tagung „Chinas Kommunistische Partei im Dialog mit der Welt“, die soeben zu Ende gegangen ist, ist ein Aushängeschild für Präsident Xi Jinping. Und für einen Blick auf die Wirtschaftspolitik der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt wurde ein besonderer Ökonom ausgewählt: Lin Yifu, auch Justin Lin genannt. Der ehemalige Chefökonom der Weltbank ist einer der wichtigsten Vordenker der chinesischen Industriepolitik.

Lin hat eine hohe Meinung von Deutschland. Das Land sei ein Vorbild für China, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Volksrepublik könne sich viel von der Entwicklung der Bundesrepublik abschauen. Dazu gehöre vor allem eine gezielte Industriepolitik. „Großbritannien hat das vorgemacht. Deutschland, Frankreich und die USA sind im späten 19. Jahrhundert nachgezogen“, so Lin.

Deshalb sei es unfair, wenn China für eine gezielte Unterstützung seiner Industrie an den Pranger gestellt werde. „Deutsche Technologie und Industrie ist weltweit führend“, lobte Lin. Wolle China ein ähnlich hohes Niveau erreichen, müsse es ebenfalls Bereiche gezielt unterstützen und Forschung fördern.

Doch wo endet legitimes Fördern – und wo beginnen unfaire Subventionen? Die Frage birgt viel Sprengstoff. Über Jahre pflegen Deutschland und China ein enges Verhältnis. China ist der wichtigste Wirtschaftspartner Deutschlands in Asien, Deutschland ist Chinas wichtigster Handelspartner in Europa. Doch der Umgang mit der chinesischen Übernahme des Augsburger Roboterbauers Kuka und des Spezialmaschinenbauers Aixtron stoßen in China auf Unverständnis.

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