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Die City droht auszubluten

Montag, 26.09.2016 19:20 von

London zittert vor den Folgen des Brexit-Votums: Sollte das Finanzzentrum die sogenannten Clearing-Geschäfte verlieren, stehen 100.000 Arbeitsplätzen auf der Kippe. Fraglich bleibt vor allem die rechtliche Situation.

Die Angst geht um in London. Die britische Hauptstadt könnte im Zuge des Brexits schon bald eines der Herzstücke ihrer City verlieren. Die Rede ist vom Clearinggeschäft. Rund 100.000 Arbeitsplätze wären in Gefahr, sollte London die Branche verlieren. Diese Ansicht vertritt Xavier Rolet, der Vorstandsvorsitzende der London Stock Exchange Group (London Stock Exchange Group Aktie). „Wir schätzen“ – und dabei betont der Experte, wie konservativ man rechne – „, dass das absolute Minimum der Branche samt unterstützender Bereiche Risiko-Management, Compliance, Middle-Office und Verwaltung bei 100.000 Arbeitsstellen liegt.“

Es gehe nicht nur um London, sondern überall im Land drohe die Gefahr der Abwanderung. „Es steht ganz klar auf der Kippe“, so Rolet in einem Interview mit Bloomberg TV. „Der Punkt ist, dass es sehr, sehr wenige Finanzzentren in der Welt gibt, die ein solch globales Geschäft überhaupt aufnehmen könnten.“ Rolets donnernde Äußerungen erfolgten, nachdem verschiedene Manager globaler Investmentbanken in London gesagt hatten, dass sie davon ausgehen, dass Frankreich und Deutschland im Ringen um das Clearing von täglich 570 Milliarden Dollar (Dollarkurs) an Euro-Derivaten die Oberhand behalten werden. In Paris und Frankfurt schielt man auf die Konkurrenz unter dem Union Jack.

Clearing-Häuser sind so angelegt, dass sie verhindern, dass ein Ausfall außer Kontrolle gerät. Sie erreichen dies, indem sie Sicherheiten halten und Risiken beobachten. Aufsichtsbehörden halten diese Institutionen für einen der besten Wege, eine weitere Finanzkrise zu verhindern. Daher ist die Rolle der Clearing-Häuser in der globalen Finanzwelt in den vergangenen Jahren erheblich größer geworden. Auch die Verzahnung hat deutlich zugenommen.

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