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Die Büro-Zukunft ist mauve

Freitag, 04.11.2016 13:40 von

Weiß war gestern, heute ist Mauve. Oder gleich ganz quietschbunt. Die Belegschaft soll schließlich „relaxed“ sein, „extrem relaxed“. Herr K. ist nicht überzeugt – verkauft den modernen „Working Space“ aber trotzdem.

Alles unterliegt Moden: Anzugschnitte, Todesanzeigen, Shampoo-Geschmacksrichtungen (wo ist eigentlich das Apfel-Shampoo hin, das Deutschland einst beherrschte?). Selbst das Büro bleibt von Veränderungen nicht verschont. Ganz früher war es eher als Wohnraum gestaltet mit Holzvertäfelungen bei den Führungskräften und Diddlmaus-Sticker am Computer weiter unten. Bis vor wenigen Jahren dominierten dann nüchterne Stahlrohrmöbel, die vor allem die nüchterne Effizienz ihrer Nutzer unter Beweis stellen sollten. Mittlerweile aber regiert eine farbliche Mischung aus Ikea-Bällebad und Teletubbie-Sommerfest. Das Büro soll offenbar irgendwie menschlich werden.

Wer das entschieden hat, weiß Herr K. auch nicht. Innenarchitekten sind ja keine Fashion-Stars. Trotzdem war sich eine internationale Design-Polizei oder wenigstens der Weltverband der Arbeitssoziologen offenbar irgendwann einig, dass die Büros hochindustrialisierter Wirtschaftsnationen nun auszusehen haben wie Waldorf-Kindergärten.

Vielleicht reichte ein Blick in die lustigen Kantinen von Google (Alphabet A Aktie) oder Facebook (Facebook Aktie). Herrn K.s eigene Firmenleitung ließ sich von einem oberschwäbischen Maschinenbauer inspirieren, der seine gesamte Verwaltung in sanften Pastellfarben bemalt hatte. „Mauve ist das neue Weiß“, hatte der Personalchef ihnen erklärt und dabei kein einziges Mal lachen müssen. Die Farben hätten einen „enorm relaxenden Einfluss auf die Belegschaft“. Das war schon insofern interessant, als es sich bei der Firma um die Tochter eines internationalen Rüstungskonzerns handelt. Wahrscheinlich ließen sich auf Pezzibällen in zartem Rosé selbst Geschütztürme besser verkaufen.

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