„Die Bank, die Spekulantentum zum Geschäftsmodell machte“

Montag, 03.10.2016 08:20 von

Deutschlands größtes Geldhaus kommt nicht zur Ruhe. Massive Forderungen aus den USA, Probleme mit der Technik, ein fallender Aktienkurs und auch noch politischer Gegenwind. Der Wirtschaftsminister greift das Institut an.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat die angeschlagene Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) kritisiert. „Ich wusste nicht, ob ich lachen oder wütend sein soll, dass die Bank, die das Spekulantentum zum Geschäftsmodell gemacht hat, sich jetzt zum Opfer von Spekulanten erklärt“, sagte der SPD-Chef und Vizekanzler am Sonntag während seiner Reise in den Iran. „Ich mache mir Sorgen um die Menschen, die bei der Deutschen Bank beschäftigt sind.“

Hintergrund sind Äußerungen von Deutsche-Bank-Chef John Cryan, der Spekulanten für den Absturz des Börsenkurses verantwortlich gemacht hat, die das Vertrauen in das Institut schwächen wollten.

Die Folgen der Niedrigzinsen und die immer strengeren Regeln der Aufsichtsbehörden lasten schwer auf den Geschäften der Großbank. Auslöser für die große Nervosität der vergangenen Tage ist die Drohung der US-Justiz, der Bank für Vergehen mit Hypothekenpapieren eine Strafe von 14 Milliarden US-Dollar aufzubrummen. Die Bank hat für Rechtsstreitigkeiten aber nur rund 5,5 Milliarden Euro zurückgestellt.

Am Freitag war der Aktienkurs erstmals unter die Marke von 10 Euro gesunken. Hintergrund waren Berichte, einige Hedgefonds in den USA hätten Geschäfte mit der Bank zurückgefahren und Geldbestände aus dem Handelsbereich des Instituts abgezogen. Das Bundesfinanzministerium hatte vergangene Wochen einen Bericht der "Zeit" zurückgewiesen, wonach die Regierung an Rettungsplänen für die Deutsche Bank arbeite.

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