Devisen: Euro weiter unter Druck - Flashcrash beim Pfund

Freitag, 07.10.2016 08:28 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro stand am Freitag weiter stark unter Druck und ist auf den tiefsten Stand seit knapp zwei Monaten gefallen. Am Morgen fiel die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich bis auf 1,1110 US-Dollar und lag zuletzt bei 1,1123 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1185 (Mittwoch: 1,1211) Dollar (Dollarkurs) festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8941 (0,8920) Euro.

Für Druck auf den Euro sorgte ein auf breiter Front starker Dollar. Die US-Währung legte zu fast allen anderen wichtigen Währungen zu. Die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinsanhebung im Dezember durch die US-Notenbank Fed ist nach Einschätzung der Finanzmärkte zuletzt gestiegen. Eine Reihe von US-Konjunkturdaten haben diese Woche positiv überrascht und den Euro dadurch unter Druck gesetzt. "Ob das heute so weitergeht, hängt natürlich hauptsächlich vom US-Arbeitsmarktbericht ab", schreibt Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank (Commerzbank Aktie). Die Veröffentlichung des offiziellen Berichts steht am Nachmittag an.

Eine überraschend stark gestiegene Produktion im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands konnte dem Euro nur etwas Auftrieb geben und somit für eine kleine Gegenbewegung sorgen. Im August lag die Produktion laut Statistischem Bundesamt um 2,5 Prozent über dem Niveau vom Juli. Analysten hatten im Mittel nur mit einem Anstieg um 1,0 Prozent gerechnet. Im Laufe des Vormittags werden noch Zahlen zur Industrieproduktion in Frankreich, Spanien und Großbritannien veröffentlicht.

Heftige Bewegung am Devisenmarkt gab es beim britischen Pfund. In der Nacht zum Freitag stürzte die Währung im Verhältnis zum US-Dollar binnen Minuten um über sechs Prozent auf ein neues 31-Jahres-Tief ab. Es handelte sich um den stärksten Einbruch seit dem Brexit-Votum. Händler machen für den Absturz fehlgesteuerte Computer-Algorithmen verantwortlich. Im Anschluss erholte sich die Währung schnell wieder, blieb aber weiter gut ein Prozent unter dem Niveau vor dem Absturz./tos/fbr