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Marktanalyst Salcher: EZB - Markt hat klare Erwartungshaltung

Deutschland: Inflation so hoch wie zuletzt vor zwei Jahren

Freitag, 11.11.2016 08:05 von

WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Inflation in Deutschland hat im Oktober angezogen. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer zweiten Schätzung mitteilte, lagen die Verbraucherpreise 0,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das ist die höchste Teuerungsrate seit Oktober 2014. Vorläufige Daten wurden damit bestätigt. Einen überdurchschnittlichen Preisanstieg gab es unter anderem bei den Mieten.

Im September hatte die Inflationsrate noch bei 0,7 und im August bei 0,4 Prozent gelegen. Die Verbraucherpreise in Deutschland sind seit dem Frühjahr in der Tendenz gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat meldete das Statistische Bundesamt für Oktober einen Preisanstieg um 0,2 Prozent.

Gedämpft wird die Inflation nach wie vor von im Jahresvergleich fallenden Energiepreisen. Dieser Effekt lässt aber nach: Energie war im Oktober 1,4 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat, nach Rückgängen von 3,6 und 5,9 Prozent in den Monaten September und August. Ohne Berücksichtigung der Energie liegt die Inflationsrate im Oktober mit 1,1 Prozent etwas niedriger als im September, als die entsprechende Rate bei 1,2 Prozent lag.

Die Preise für Nahrungsmittel blieben im Oktober unterm Strich unverändert. Die Preise von Dienstleistungen, zu denen auch die Wohnungsmieten gezählt werden, erhöhten sich um 1,3 Prozent. "Entscheidend für diese Entwicklung war die Erhöhung bei den Nettokaltmieten, da private Haushalte etwa ein Fünftel ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden", so die Statistiker. Die Nettokaltmieten legten demnach um 1,4 Prozent gegenüber Oktober 2015 zu.

Die für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgebliche Teuerung fiel etwas schwächer aus als die nach nationalen Standards berechnete Inflation. Der sogenannte HVPI stieg im Oktober zum Vorjahr um 0,7 Prozent. Zum Vormonat lag der Zuwachs bei 0,2 Prozent. Damit wurden erste Schätzungen bestätigt. Die EZB strebt für den gesamten Euroraum eine Rate von knapp zwei Prozent an. Dieses Ziel verfehlt sie seit langem, weswegen sie ihre Geldpolitik massiv gelockert hat./tos/fbr