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Deutsche Rohstoff AG mit Gewinnwarnung: Mehr Risiken als Chancen?

Donnerstag, 16.02.2017 13:00

Die Deutsch Rohstoff AG (WKN: A0XYG7 / ISIN: DE000A0XYG76) ist im Bereich der Exploration von Bodenschätzen aktiv und mischt bei Wolfram, Kupfer, Zinn, Seltenen Erden und Gold mit. Von ganz herausragender Bedeutung ist und bleibt jedoch das Öl-Business, das man über drei Töchter in den USA betreibt. Hieran knüpfen sich die größten Erwartungen und diese wurden nun massiv enttäuscht. Denn die DRAG gab heute eine Gewinnwarnung heraus.

Gewinnwarnung schockt die Anleger
Nach Vorliegen der ersten Entwürfe für die Jahresabschlüsse der US-Töchter und der Deutsche Rohstoff AG kam der Vorstand zu dem Schluss, dass sich die bisherigen Prognosen nicht einhalten lassen. Anstelle eines Konzerngewinns von €8 bis €10 Mio. wird der Konzernjahresüberschuss nach Steuern sogar leicht unter dem Vorjahresergebnis abschneiden und das lag bei €0,5 Mio. Der Kurs rauschte dank dieser Meldung zweistellig in den Keller.

Was ist passiert?
Es sind gleich mehrere Faktoren, die zu diesem negativen Effekt führen. Im Wesentlichen führt ein später als erwarteter Produktionsbeginn der Bohrungen in den USA im 4. Quartal 2016 zur Verschiebung der entsprechenden Umsätze in das Jahr 2017. Hieraus sind ja hohe Gewinnbeiträge zu erwarten da die DRAG zu knapp $30 fördern kann, der Ölpreis (WTI) seit längerer Zeit jedoch schon signifikant über der Marke von $50 notiert. Die Verschiebungen erzeugen also reale Umsatz- und Gewinneinbußen und sind keine Bewertungseffekte. Auch bei diesen war man von positiveren Effekte aus der Bewertung des Umlauf- und Anlagevermögens ausgegangen, als sich jetzt wohl einstellen werden. Zudem kann die Steuererstattung, die die Deutsche Rohstoff USA, Inc. als Muttergesellschaft der US-Töchter in Höhe von über $10 Mio. für 2016 erwartet, entgegen der ursprünglichen Annahme im Konzernabschluss nur zu einem geringen Teil zu einem Steuerertrag beitragen.

Weitere Risiken
Nach wie vor liegen die Preise für Edelmetalle am Boden und daher lauert hier auch die latente Gefahr, dass die DRAG bisweilen Abschreibungen auf den Wert ihrer Beteiligungen an den Töchtern Hammer Metals oder Almonty vornehmen muss. Der DRAG-Vorstand geht aktuell davon aus, dass „derzeit keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf das Anlagevermögen“ vorzunehmen sind. Im Rahmen der Abschlussprüfung könnten sich jedoch noch Effekte aus der Neubewertung einzelner Positionen ergeben, um bilanziellen Risiken Rechnung zu tragen.

Deutsche Rohstoff-Chart: finanztreff.de

Was bedeutet das?
Die Werte der Beteiligungen haben keine monetären Auswirkungen auf die Bilanz, wirken sich allerdings natürlich schon auf den Jahresüberschuss aus, der ja das Ergebnis nach Bewertung darstellt. Hier ergeben sich aber überwiegend Änderungen, die mit den zugrunde liegenden Rohstoffpreisen schwanken. Ziehen diese an, sind auch die Beteiligungen mehr wert. Das Bewertungsergebnis ist also nicht der entscheidende Trigger.

Der Fokus sollte sich daher schwerpunktmäßig auf das US-Öl-Business richten und die Auswirkungen der Ergebnisse und die Zukunft der DRAG. Auch hier ist der unwesentlichste Faktor das Bewertungsergebnis, das nicht ganz so positiv ausgefallen ist wie erwartet.

Gewichtiger sind die Steuererstattungen. Denn die DRAG hatte beim Verkauf ihrer damaligen Öl-Tochter Tekton Energy für mehr als $200 Mio. rund $38 Mio. an den US-Fiskus bezahlt und profitiert seit dem Re-Investieren des Geldes in neue Öl- und Gas-Förderprojekte in den USA von der Erstattung dieser Steuerzahlungen. Und diese finden auch statt und kommen der Deutschen Rohstoff zugute – nur schlagen sie eben nicht wie erwartet voll auf das Konzernergebnis durch, sondern sind wohl nur bei der US-Tochter Deutsche Rohstoff USA vollumfänglich bilanziell zu berücksichtigen. Die Steuern werden also erstattet und erzielen auch den erwarteten positiven Effekt bei den Kosten pro Bohrung, aber sie zeigen sich nicht im in vollem Umfang im Konzernergebnis der DRAG.

Und dann fallen natürlich die Projektverschiebungen stark ins Gewicht. Sie sollten ursprünglich noch im vierten Quartal 2016 ihre Auswirkungen hinsichtlich Umsatz und Ertrag beisteuern, diese unterblieben nun zu einem erheblichen Teil, weil man später startete. Ein Schlag in die 2016-Bilanz, aber beim Blick auf das große Ganze und die Aussichten der DRAG vernachlässigenswert.

Der 31.12. ist ein Bilanzstichtag, zu dem Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz erstellt werden. Für diese Zahlenwerke ist es also ganz entscheidend, ob Kosten oder Erlöse am 31.12. oder am 1.1. ihren Effekt erzeugen. Für das Unternehmen selbst hat dies nur eine marginale Bedeutung. Auf die Beurteilung, ob es erfolgreich ist und wie die Zukunftsperspektiven einzuschätzen sind, hat dies keinen Einfluss. Es gibt eine Reihe von Unternehmen, deren Geschäftsjahr zu Ende März, Ende Juni oder Ende September ändert. Dort wirkt sich der 31. Dezember nicht aus und die Projektverschiebungen auf das 1. Quartal 2017 hätte einen wesentlich kleineren Einfluss auf das Ergebnis.

Und das ist der wohl entscheidende Aspekt bei der Beurteilung der Situation. Während die Auswirkungen auf die 2016er-Bilanz deutlich und verheerend sind, haben sie auf das operative Geschäft und die Aussichten der DRAG keine großen Auswirkungen. Sicher, die Projektverschiebung bedeutet, dass für einige Wochen weder die erwarteten Umsätze und Gewinne erzielt wurden, und das ist nicht mehr auszuholen. Aber das Öl steckt im Boden und die DRAG wird es fördern. Die Umsätze und Gewinnbeiträge kommen also, nur eben einige Wochen verspätet. Dafür eben auch um diese Wochen länger.

Und bei den Töchtern läuft es hervorragend und man hatte hier kürzlich einige Erfolge vermelden können:

Salt Creek Energy: $550.000 Verkaufsgewinn innerhalb weniger Wochen
Salt Creek Energy, 90%ige Tochtergesellschaft der Deutschen Rohstoff, hat die am 22. November angekündigte Akquisition der Öl- und Gasproduktion in North Dakota abgeschlossen. Der Kaufpreis beträgt $38,1 Mio. Die Transaktion ist rückwirkend zum 1. September gültig und wird sich daher schon signifikant auf die DRAG-Zahlen für 2016 auswirken.

Erst im Juni und August 2016 erworbene 215 Acres entwickelte Flächen im sogenannten STACK Ölfeld, einem Teil des Anadarko Beckens in Oklahoma hat Salt Creek bereits zu $2 Mio. weiterverkauft, was zu einem Gewinn von $550.000 für Salt Creek führt.

In der Zwischenzeit hat Salt Creek außerdem ein Reservengutachten über die erworbenen Flächen von einem der führenden Unternehmen für unabhängige Reservenschätzungen für Öl- und Gasfirmen in den USA erstellen lassen. Der Barwert der Reserven beläuft sich bei einem Abzinsungsfaktor von 10% auf $50,4 Mio., von denen $31,1 Mio. auf die nachgewiesene Kategorie (proved) entfallen. Die übrigen Reserven verteilen sich auf wahrscheinliche (probable) und mögliche (possible) Reserven. Das Reservengutachten wurde auf Basis der Preisannahmen der BOK Financial, Stand Oktober 2016, für den WTI Ölpreis erstellt. Für die nächsten 5 Jahre geht das Gutachten von durchschnittlich $51,5 pro Barrel aus.

Cub Creek Energy: Fördermenge 49% über Plan
Cub Creek Energy (CCE), 80%ige Tochtergesellschaft der Deutschen Rohstoff, hat in den vergangenen vierzehn Tagen durchschnittlich 4.501 Barrel Öläquivalent pro Tag (boepd) von seinem Vail Bohrplatz gefördert (davon 3.875 Barrel Öl). Die Produktion von Öl lag damit um rund 26% höher als am 16. Dezember berichtet und rund 49% höher als geplant. Der Grund für die höhere Produktion in den letzten zwei Wochen liegt darin, dass der Leitungsdruck in der Gaspipeline, in die CCE einspeist, nachgelassen hat. An den meisten Tagen konnte CCE deshalb die Bohrungen mit voller Kapazität produzieren. Der 30 Tagesdurchschnitt liegt bei 4.009 boepd (Öl: 3.448 boepd).

Unterdessen hat CCE auch die Produktion vom Markham Bohrplatz aufgenommen. In den ersten 30 Tagen stabiler Produktion förderten die 12 Bohrungen, die CCE im 4. Quartal 2016 fertiggestellt hatte, 4.113 Barrel Öl-Äquivalent (davon 3.473 Barrel Öl). CCE geht davon aus, dass die Produktion in den kommenden Wochen weiter steigen wird. Anfängliche operative Probleme, die die Produktion etwas beeinträchtigt hatten, sind inzwischen behoben. Der durchschnittliche Anteil von CCE an den Bohrungen liegt bei 74%.

Cub Creeks gesamte Öl- und Gasproduktion belief sich im Januar auf 240.000 Barrel Öl-Äquivalent bzw. 192.000 Barrel Öl. Der auf Cub Creek entfallende Umsatz nach Abzug von Royalties und Produktionssteuern lag im Januar bei ungefähr $7 Mio., der durchschnittlich erzielte Ölpreis bei $52,61 pro Barrel. Die Förderraten liegen mehr als 30% über den Erwartungen und steigen weiter an. Zusammen mit den sehr erfolgreichen Vail-Bohrungen, deren Ergebnisse 49% über den Erwartungen liegen, hat Cub Creek im Januar über 7.700 Barrel Öl-Äquivalent pro Tag produziert. Die beiden anderen US-Beteiligungen der Deutsche Rohstoff, Elster Oil & Gas (DRAG-Anteil: 93%) und Salt Creek Oil and Gas (DRAG-Anteil 90%), produzierten zusammen deutlich mehr als 1.000 Barrel Öl-Äquivalent pro Tag im Januar…

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Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Bildquellen: Michael C. Kissig / Pressefoto Deutsche Rohstoff AG