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Deutsche Post hält die Hand auf

Mittwoch, 11.01.2017 16:20 von

Ende der Gratiskultur: Die Deutsche Post (Deutsche Post Aktie) führt erstmals eine Jahresgebühr für das klassische Postfach ein. Dem Bonner Konzern dürfte das zusätzliche Einnahmen in Millionenhöhe bescheren.

Wer das Wort „Postfach“ hört, denkt heute unweigerlich an E-Mail-Dienste. Dass es in Deutschland immer noch 818.000 verschließbare Fächer in Filialen der Deutschen Post gibt, hinter deren Türklappen Briefe lagern, brachte der Bonner Konzern am heutigen Mittwoch in Erinnerung – durch eine Preiserhöhung.

Bislang mussten Post-Kunden für die Fächer nur dann 15 Euro zahlen, wenn sie eine Postlagerstätte beantragten. Die Einmalzahlung blieb zudem in den vergangenen zwölf Jahren in der Höhe unverändert.

Ab dem 1. März aber wird es deutlich teurer. „Dann verlangen wir eine jährliche Gebühr von 19,90 Euro“, bestätigte ein Konzernsprecher einen Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Schon seit Mitte 2016 verlange man diesen Mietbetrag von Neukunden, sagte er.

Deutschlands größter Briefverteiler, der im Zustellgeschäft auf einen Marktanteil von über 90 Prozent kommt, begründet den Schritt mit gestiegenen Kosten für Strom, Reinigung und vor allem Miete. Denn keine der Filialen befindet sich noch im Eigentum des Gelben Riesen. 2008 verkaufte der Konzern seine Filialgebäude an den US-Investor Lone Star – und nahm bei dem Deal rund eine Milliarde Euro ein.

Durch die neu eingeführte Postfach-Miete steigen die Jahreserlöse der Deutschen Post rechnerisch um 16,4 Millionen Euro – falls niemand sein Postfach kündigt. Doch mit einer Kündigungswelle rechnet im Bonner Post-Tower niemand. „Wir gehen davon aus, dass die meisten ihr Postfach behalten“, sagte ein Sprecher.

Zum einen bestehe die Kundschaft überwiegend aus Gewerbetreibenden, für die der Betrag vergleichsweise gering sei. Zum anderen ermögliche ihnen das Postfach, Briefe schon ab neun Uhr morgens zu bekommen – statt erst am Nachmittag, wie in einigen Regionen.

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