Deutsche Mode – überfordert und profillos

Dienstag, 15.11.2016 10:20 von

Zwischen niedrigpreisigen Filialisten und Luxusmode ist für etablierte Labels wie Laurèl oder Strenesse kaum noch Platz. Die Investoren werden wählerisch – und den deutschen Klassik-Marken geht zunehmend das Geld aus.

Die Rettung schien nahe: Das chinesische Unternehmen Shenzhen Oriental Fashion wollte bei der angeschlagenen Modefirma Laurèl einsteigen. Doch in der Nacht zum Montag zogen die Chinesen ihr Angebot überraschend zurück. Die Folgen sind fatal: Das Unternehmen aus Aschheim bei München beantragte ein Insolvenzverfahren wegen Überschuldung.

Eine für Montag geplante Gläubigerversammlung sagte das Modeunternehmen deshalb ab. Eigentlich wollten die Gläubiger einer Anleihe über 20 Millionen Euro dem Investor entgegenkommen.

Wie Laurèl, die mal zur Esacada-Gruppe gehört, geht es momentan vielen Modefirmen. Auch andere kleinere Unternehmen haben es schwer, neue Geldgeber zu finden. „Deutsche Marken wie zum Beispiel Laurèl oder René Lezard haben zu wenig eigenes Profil und zu wenig Charisma, um für einen größeren Fashion-Investor interessant zu sein“, sagt Sabine Meister von der gleichnamigen Unternehmensberatung in München. Sie begründet dies damit, dass „die Kundinnen heute ein vielschichtiges und attraktives Angebot haben, um sich entweder mit Mainstream-Mode des Premium-Segments oder bewusst modisch und preisgünstig zu kleiden.“

Viele kaufen bei den großen Filialisten wie der schwedischen Kette H&M oder den Firmen der spanischen Inditex-Kette wie Zara oder Massimo Dutti ein. Oder sie investieren gleich in ein Kleid oder einen Blazer einer Luxusmarke.

Gleichzeitig spüren viele Unternehmen, dass weniger Menschen zum Einkaufen in die Städte kommen, denn viele ordern ihren neuen Wintermantel oder ihre Schuhe lieber per Mausklick von zu Hause aus. Das trifft vor allem, die Marken, die in den vergangenen Jahren massiv in neue eigene Boutiquen investiert haben.

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