Deutsche Börse: Global Player oder Rohrkrepierer?

Mittwoch, 19.10.2016 06:00

Kommentar von Jens Gravenkötter

Lieber Leser,

ich gehe fast jede Wette ein! Bei diesem Unternehmen war jeder unserer Leser schon einmal Kunde! Welche Gesellschaft ich wohl meine? Okay, da kommt einiges in Betracht, Coca-Cola etwa. Oder auch McDonald’s. Doch das Unternehmen, das ich meine, bietet seine Dienstleistungen eher subtil an. Vor allem Anleger gehören zur Zielgruppe. Die Rede ist natürlich von der Deutschen Börse. In letzter Zeit vor allem wegen der geplanten Übernahme der London Stock Exchange in den Medien, ist die Aktie bei vielen Anlegern nicht so wirklich auf dem Schirm. Mit Recht? Die Deutsche Börse (DB) bietet Dienstleistungen rund um das Wertpapiergeschäft an. Das reicht vom Wertpapierhandel über die Abwicklung der Aufträge und Wertpapierverwahrung bis hin zur Bereitstellung von Marktinformationen. Die elektronische Handelsplattform Xetra nimmt im Handel mit deutschen Standardwerten einen Marktanteil von 99% ein. Eurex, ein Gemeinschaftsprojekt mit der Schweizer Börse, gehört zu den weltweit größten Terminmärkten.

Gewinn legt dank Sondererlös deutlich zu

Die Deutsche Börse treibt den Geschäftsumbau voran. Der seit einem Jahr amtierende Vorstandschef Carsten Kengeter sorgt für frischen Wind an der Spitze. Sein wichtigstes Projekt ist der Zusammenschluss mit der London Stock Exchange, das trotz des Brexit-Entscheids der britischen Bevölkerung weiter vorangetrieben wird. Mit der Annahme der Fusionspläne durch die Aktionäre beider Gesellschaften wurde die erste wichtige Hürde genommen. Jetzt wird noch die Zustimmung zahlreicher Aufsichtsbehörden benötigt. Vor allem die Bedingung der Briten, dass die gemeinsame Holding von London aus gesteuert werden soll, gilt mittlerweile als kaum noch durchsetzbar. Somit sind Nachverhandlungen wohl nicht zu vermeiden. Operativ läuft es für die Deutsche Börse rund. Im 1. Halbjahr stieg der Umsatz um 8,6% auf 1,35 Mrd €. Vor allem an der Optionsbörse Eurex gab es kräftige Zuwächse. Die Handelsaktivitäten legten insgesamt über alle Märkte hinweg zu. Dazu führte unter anderem die Unsicherheit an den Märkten nach dem Brexit-Votum. Der Gewinn konnte auf 952,5 Mio € mehr als verdoppelt werden. Darin ist allerdings ein Sondererlös in Höhe von 565 Mio € aus dem Verkauf der US-Optionsbörse ISE an die Nasdaq enthalten. Ohne diesen Sondereffekt wäre der Gewinn konstant geblieben. Die erzielten Einnahmen aus dem Verkauf werden teilweise zum dringend nötigen Schuldenabbau eingesetzt. Wir erwarten in den kommenden 6 bis 12 Monaten eine durchschnittliche Kursentwicklung. Für Anleger ist die Aktie der Deutschen Börse keine Empfehlung. Die Unsicherheit ist zu groß und Durchschnitt ist nicht kaufenswert. Finger weg!

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