Top-Thema

12:09 Uhr
Aktien Frankfurt: Dax dreht knapp ins Plus und behauptet 13 000 Punkte

Deutsche Bank: Was hat man mit der Postbank wirklich vor?

Dienstag, 14.02.2017 09:35

Kommentar von Mark de Groot

Liebe Leser,

die Strategie der Deutschen Bank im Umgang mit ihrer Tochter Postbank bleibt diffus. Zunächst erörterte der Vorstand einen Börsengang, dann einen Verkauf. Nun denkt man offensichtlich wieder über eine Neueingliederung nach. Im vergangenen Juli berichtete das manager-magazin erstmals über das „Projekt Jade“, das solche Planspiele beinhaltete. Doch möglicherweise handelt es sich nur um ein Ablenkungsmanöver. Denn angeblich gibt es einen konkreten Kaufinteressenten aus Fernost für die Tochter der Deutschen Bank.

Auf großer Einkaufstour in Europa

Ein aktueller Bericht der „Financial Times“ befasst sich nämlich mit der Einkaufstour von Dalian Wanda, einem chinesischen Investor, der sich eigentlich auf Immobilienentwicklung spezialisiert hat. Die Chinesen wollen bevorzugt in Europa Beteiligungen erwerben oder auch Firmen komplett übernehmen. In diesem Zusammenhang fällt auch ausdrücklich der Name der Postbank.

Die „Financial Times“ beruft sich auf zwei Insider, die mit den Vorgängen vertraut sind. Wirklich spruchreif scheint die Sache aber noch nicht zu sein. Denn das direkte Gespräch mit dem Eigentümer, der Deutschen Bank, wurde bisher wohl noch nicht gesucht.

Ich könnte mir vorstellen, dass ein Vertreter von Dalian Wanda sofort zu Konzernboss John Cryan durchgestellt werden würde, sofern der Angebotspreis stimmt. Die Deutsche Bank musste in den vergangenen Jahren mehrfach Wertberichtigungen zur Postbank vornehmen, was die Bilanzen noch schlechter aussehen ließ, als dies ohnehin der Fall war. Würden nun einige Milliarden fließen, würde sich die Deutsche Bank wohl eher heute als morgen von der Tochter trennen. Dann wären auch die Überlegungen zu einer Wiedereingliederung wieder obsolet.

Anzeige

Page is being generated.
If this message does not disappear within 30 seconds, please reload.