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Deutsche Bank: Steht das US-Geschäft vor dem Aus?

Montag, 17.10.2016 13:54 von

Der Deutschen Bank droht im Hypothekenstreit mehr als nur eine Geldstrafe.
Der Deutschen Bank droht im Hypothekenstreit mehr als nur eine Geldstrafe. - © pixabay.com / mermyhh
Die krisengebeutelte Deutsche Bank erwägt Medienberichten zufolge einen Teilrückzug aus ihrem US-Geschäft. Die Änderungen im Geschäftsmodell sollen die US-Justiz im Hypothekenstreit milde stimmen.

Ein Teilrückzug der Deutschen Bank aus dem US-Geschäft sei Medienberichten vom Wochenende zufolge Teil der Verhandlungsgespräche mit der US-Justiz im Poker um einen Milliardenvergleich. Die „Welt am Sonntag“ berichtete unter Berufung auf Finanzkreise, dass dabei vor allem das hochspekulative Investmentbanking zur Disposition stehe.

Weiterer Rückzug aus dem US-Geschäft möglich

Die Deutsche Bank steht derzeit massiv unter Druck. Hintergrund ist eine Milliardenforderung der US-Behörden wegen windiger Geschäfte mit Hypothekenpapieren. Eine Änderung des Geschäftsmodells solle die US-Justiz nun besänftigen. Vor allem das Investmentbanking könnte von solchen Änderungen stark betroffen sein, vermuten Finanzkreise. Auch ein weitergehender Rückzug aus dem US-Geschäft sei der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge denkbar. „Das ist inzwischen viel wahrscheinlicher als ein Verkauf etwa der Vermögensverwaltung“, sagte ein Insider der Zeitung. Beschlossen sei allerdings noch nichts. Nicht nur das Geschäft in den USA stehe allerdings zur Debatte, sondern auch das Geschäft mit Privatkunden im europäischen Ausland wie Italien oder Spanien, berichtete außerdem das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Finanzkreise. Bislang äußerte sich die Deutsche Bank nicht zu den Berichten.

Milliardenforderung der US-Justiz

Die Deutsche Bank verhandelt derzeit mit dem US-Justizministerium über einen Vergleich im Hypothekenstreit, bei dem es um die Emmission und Platzierung fauler Hypothekenpapiere in den Jahren 2005 und 2007 geht. Zuvor machte die US-Justiz einen Vergleichsvorschlag in Höhe von 14 Milliarden Dollar. Zwar sinkt eine solche Summe im Zuge von Verhandlungen noch, die Befürchtungen sind allerdings groß, dass die Rückstellungen der Deutschen Bank am Ende trotzdem nicht ausreichen werden. Dies würde die Kapitalposition der Bank schwächen, was zuletzt Spekulationen über eine mögliche Staatshilfe für die Deutsche Bank anheizte.

Aktie reagiert kaum

Ende September sackte die Aktie der Deutschen Bank auf ihren tiefsten Wert seit 25 Jahren ab und kostete zeitweise weniger als zehn Euro. Mit einem Minus von 46 Prozent ist sie der schwächste Dax-Wert im bisherigen Jahresverlauf. Zur Stunde reagiert die Aktie allerdings recht positiv und notiert mit einem Plus von 0,86 Prozent bei 12,34 Euro.