Deutsche Bank reißt Dax mit sich

Freitag, 16.09.2016 11:20 von

Eine nahe US-Zinserhöhung scheint endgültig vom Tisch. Doch freuen tun sich die Anleger nicht. Sie müssen die überraschende Milliarden-Forderung gegen die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) verdauen, deren Aktien regelrecht zusammenbrechen.

Nach der 14-Milliarden-Dollar-Forderung der US-Behörden sind die Papiere der Deutschen Bank am Freitag eingebrochen. Die Papiere stürzten bis zu acht Prozent in Tiefe, kamen zuletzt auf ein Minus von 6,7 Prozent. Noch am Donnerstag waren die Papiere der Bank um 1,2 Prozent auf 13,10 Euro gestiegen und lagen damit mehr als zwei Euro über den historischen Tiefstkurs von 11,06 Euro, der Anfang August erreicht worden war.

Das US-Justizministerium verlangt von dem Geldinstitut eine Zahlung in Höhe von 14 Milliarden Dollar (Dollarkurs). Es wäre die höchste Strafsumme, die in den USA jemals gegen eine ausländische Bank verhängt wurde. Mit dem Geld sollten Ansprüche an die Deutsche Bank aus der Zeit der Finanzkrise 2008 beglichen werden, als viele Investoren nach dem Kollaps des Immobilienmarkts in den USA hohe Verluste mit hypothekengesicherten Wertpapieren machten. Der Bank wird vorgeworfen, die Risiken dieser komplexen Anlagepapiere gegenüber Anlegern verharmlost zu haben. Die Deutsche Bank erklärte, sie habe „keine Absicht“, sich auf eine Zahlung einzulassen, die „auch nur in der Nähe“ der geforderten Summe liege.

Obwohl die Aktien des größten Geldhauses der Bunderepublik regelrecht abschmierten, konnte sich der Dax dem starken Druck wiedersetzen. Er verlor moderat, notierte am frühen Vormittag 0,5 Prozent niedriger bei 10.378 Punkten. Starke Vorgaben verhinderten einen Sinkflug. New York und Tokio hatten deutlich zulegen können, nachdem erneut schwache US-Konjunkturdaten eine Zinserhöhung in der Fed-Sitzung am nächsten Donnerstag nun wohl endgültig vom Tisch nahmen.

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