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Deutsche Bank: Müssen Ackermann, Fitschen und Breuer erneut vor Gericht?

Dienstag, 18.10.2016 15:00 von

Drei Ex-Managern der Deutschen Bank droht der erneute Gang vor Gericht.
Drei Ex-Managern der Deutschen Bank droht der erneute Gang vor Gericht. - © Shutterstock.com / Faiz Zaki
Drei ehemalige Topmanager der Deutschen Bank müssen sich möglicherweise erneut vor Gericht verantworten: Die Münchener Staatsanwaltschaft legt laut Medienberichten Revision im Kirch-Prozess ein.

Als wären die Negativ-Schlagzeilen der letzten Wochen nicht schon genug, kommen nun auch noch juristische Altlasten auf die Deutsche Bank zu: Wie das „Handelsblatt“ heute meldet, legt die Staatsanwaltschaft München Revision gegen die im Frühjahr ergangenen Freisprüche für drei frühere Spitzenmanager der Deutschen Bank ein. Josef Ackermann, Jürgen Fitschen und Rolf Breuer waren im April dieses Jahres vom Landgericht München vom Vorwurf des versuchten Betruges freigesprochen worden. Ihnen war vorgeworfen worden, Aussagen vor dem Oberlandesgericht München abgesprochen zu haben, um Schadensersatz-Forderungen gegen die Deutsche Bank abzuwenden.

BGH entscheidet über Wiederaufnahme

Über die Aufhebung der Freisprüche muss nun der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden. Sollte das in Karlsruhe ansässige oberste Gericht die im April ergangenen Urteile aufheben, müssten bei einer Wiederaufnahme des Verfahrens die Vorwürfe gegen die drei ehemaligen Spitzenmanager erneut verhandelt werden. Bei zwei weiteren Ex-Managern des Konzerns, Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck, verzichtet die Staatsanwaltschaft auf eine Revision. Die Deutsche Bank kommentierte die Medienberichte bislang nicht.

Deutsche-Bank-Manager trug zur Pleite der Kirch-Gruppe bei

Der Kirch-Prozess begann 2002 mit Schadensersatzforderungen des Medienunternehmers Leo Kirch gegen die Deutsche Bank. Äußerungen des damaligen Vorstandssprechers Rolf Breuer über die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe hatten zu deren Insolvenz im selben Jahr beigetragen. Nach jahrelangen Verhandlungen sprach das Oberlandesgericht München 2012 den Erben des ein Jahr zuvor verstorbenen Medienunternehmers einen Anspruch auf Schadensersatz zu. 2014 beendete ein Vergleich die juristischen Auseinandersetzungen zwischen der Deutschen Bank und den Kirch-Erben.