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Deutsche Bank erhöht Rückstellungen für Rechtsrisiken etwas

Donnerstag, 27.10.2016 08:06 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) hat die Rückstellungen für ihre Rechtsrisiken weiter erhöht. Im dritten Quartal legte das Institut nach eigenen Angaben vom Donnerstag zusätzlich 500 Millionen Euro zurück. Analysten hatten mit höheren Belastungen gerechnet. Die Bank hat für offene Strafen nun 5,9 Milliarden Euro reserviert. Zugleich reduzierte der Vorstand seine Einschätzung zu den sogenannten Eventualrisiken, für die noch keine Rückstellungen gebildet sind, um 100 Millionen auf 1,6 Milliarden Euro.

Rechtsrisiken gehören derzeit zu den größten Unsicherheitsfaktoren der Deutschen Bank. So droht dem Institut eine hohe Strafe wegen krummer Hypothekengeschäfte in den USA. Auch die Ermittlung wegen des Verdachts auf Geldwäsche und Sanktionsverstößen bei Geschäften in Russland gelten als bedrohlich

Die US-Justiz hatte Mitte September die entscheidenden Vergleichsverhandlungen zu den Hypothekengeschäften mit einer Strafforderung von 14 Milliarden Dollar (Dollarkurs) eröffnet und damit den Aktienkurs der Bank einbrechen lassen. Seitdem machen immer wieder Spekulationen die Runde, das Institut könnte frisches Geld brauchen. Grund ist die Sorge, dass selbst wenn die Strafe wie erwartet deutlich niedriger ausfällt, die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten nicht ausreichen könnten.

Die Verhandlungen über die Hypothekenpapiere in den USA hätten die positive Entwicklung der Bank zuletzt überschattet, sagte Vorstandschef John Cryan. "Das hat zu Unsicherheit geführt. Die Bank arbeitet hart daran, diese Angelegenheit so bald als möglich abzuschließen." Cryan hat sich zum Ziel gesetzt, die größten Rechtsfälle noch in diesem Jahr zu beenden.

In den vergangenen Monaten hatte die Bank einige kleine Fälle rund um angebliche Manipulationen bei den Preisen für Gold (Goldkurs), Silber (Silberpreis) und Derivaten beigelegt. In den vergangenen Jahren kosteten juristische Fehden Deutschlands größtes Geldhaus bereits mehr als 12 Milliarden Euro - etwa wegen der Beteiligung an Zinsmanipulationen (Libor), umstrittener Hypothekengeschäfte und Verstößen gegen Handelssanktionen./enl/fbr