Deutsche Bank: Abmahnung wegen Kosten beim „Basiskonto“

Dienstag, 20.09.2016 14:27 von

Das Deutsche-Bank-Hochhaus in Frankfurt am Main.
Das Deutsche-Bank-Hochhaus in Frankfurt am Main. - © Shutterstock.com / canadastock
Nach Ansicht der Verbraucherzentralen verstoßen verschiedene Kreditinstitute, darunter die Deutsche Bank, gegen die Vorgaben für das sogenannte Basiskonto. Der Bundesverband vzbv droht mit Klagen.

Seit dem 19. Juni sind Kreditinstitute auf Weisung der EU dazu verpflichtet, für jeden Bürger auf Wunsch ein Konto auf Guthabenbasis zu eröffnen. Voraussetzung hierfür ist lediglich der legale Aufenthalt in der Europäischen Union, nicht aber Kriterien wie Bonität oder Einkommen. Von der im Zahlungskontengesetz (ZKG) enthaltenen Richtlinie sollten rund eine Million Menschen, darunter vor allem Menschen ohne festen Wohnsitz sowie Asylsuchende, profitieren – wie die Verbraucherschützer nun aber feststellten, sind die Kosten des „Kontos für jedermann“ bei sechs Geldhäusern unverhältnismäßig hoch.

Sechs Kreditinstitute betroffen

Neben der Deutschen Bank wurden auch die Postbank, die Targobank und die BBBank von den Verbraucherschützern abgemahnt. Unter den Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind zwei Institute, die Volksbank Karlsruhe sowie die Sparkasse Holstein, betroffen. In einer Pressemitteilung teilte der Bundesverband der Verbraucherzentralen mit, dass die Basiskonten der genannten Finanzdienstleister „oftmals teurer als herkömmliche Konten“ seien. Der ursprüngliche Zweck der Regelung, vor allem mittellosen Menschen das Führen eines Girokontos zu ermöglichen, werde auf diese Weise „unterlaufen“, sagte Christina Buchmüller, Finanzexpertin des Bundesverbands.

Bundesverband droht mit Klagen

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen forderte die abgemahnten Kreditinstitute auf, strafbewehrte Unterlassungserklärungen abzugeben. Sollten die abgemahnten Kreditinstitute nicht reagieren, drohten ihnen Klagen. Für die Deutsche Bank stehen juristische Auseinandersetzungen derzeit an der Tagesordnung: Erst am Freitag wurde bekannt, dass die US-Justiz 14 Milliarden Dollar von der Frankfurter Großbank fordert.