Top-Thema

Deutsche Anleihen: Steigende Ölpreise belasten deutlich

Donnerstag, 01.12.2016 18:05 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Donnerstag belastet durch steigende Ölpreise erneut unter Druck geraten. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel bis zum späten Nachmittag um 0,52 Prozent auf 160,03 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg um sieben Basispunkte auf 0,30 Prozent.

Verantwortlich für die Kursverluste sind vor allem die nach der Opec-Einigung deutlich gestiegenen Ölpreise. Experten gehen von einem weiteren Anstieg aus. Die daher insgesamt höheren Inflationserwartungen belasten laut Händlern die Anleihekurse und treiben die Renditen nach oben. Zudem hatten die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten aus den USA überzeugt.

Zudem verwiesen Händler auf einen Agenturbericht laut dem die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Sitzung am 8. Dezember ein Signal für ein mögliches Ende ihrer Anleihekäufe geben könnte. Die Käufe sollen aber zunächst über den März hinaus fortgesetzt werden. Die EZB hatte versprochen die Käufe bis mindestens März 2017 zu tätigen. Eine Entscheidung sei in der EZB laut dem Bericht aber noch nicht getroffen worden.

Belastet wurden die Anleihen zudem durch robust ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA. Der wichtigste Konjunkturindikator für die US-Wirtschaft hatte sich im November stärker aufgehellt als erwartet und die Festverzinslichen belastet. "Der erneute Anstieg ist erfreulich und so wird das Szenario eines fortgesetzten Wirtschaftswachstums untermauert", kommentierte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) die Daten.

Das am Sonntag anstehende italienische Verfassungsreferendum spielte am Markt keine große Rolle. So sind die italienischen Risikoaufschläge sogar etwas weniger stark gestiegen als die anderer Länder aus der Eurozone. Die Anleger hätten eine Ablehnung der Verfassungsreform bereits eingepreist, sagten Händler./jsl/stb