Der zweite Snowden?

Mittwoch, 05.10.2016 22:40 von

Das FBI hat einen externen Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA festgenommen. Er soll Staatsgeheimnisse gestohlen haben. Allerdings scheinen die Behörden den Fall bisher anders zu behandeln als den Fall Edward Snowden.

Ein externer Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA ist wegen mutmaßlichen Diebstahls von Staatsgeheimnissen verhaftet worden. Das US-Justizministerium bestätigte am Mittwoch, dass gegen den 51-jährigen Harold Thomas M. ein Ermittlungsverfahren laufe. Festgenommen wurde er demnach bereits im August durch das FBI.

Zur gleichen Zeit hatte die US-Regierung auch eingestanden, dass Hacker-Werkzeuge der NSA möglicherweise ins Internet gelangt seien. Inwieweit es einen Zusammenhang zu der Festnahme gibt, war nicht klar.

Der Fall erinnert an Edward Snowden, der ebenfalls als externer Mitarbeiter der NSA 1,5 Millionen geheime Dokumente gestohlen und sie 2013 an Journalisten weitergegeben hatte. Dadurch wurde das Ausmaß der NSA-Abhöraktionen bekannt.

Snowden, der vor einer Anklage wegen Spionage nach Russland ins Exil flüchtete, schrieb auf Twitter über seinen Kollegen: „Lese ich das richtig, dass er nicht nach dem Spionagegesetz angeklagt wurde? Unter dieser Regierung ist es bemerkenswert, dass das fehlt.“

Der gegen M. vorliegenden Strafanzeige zufolge wird ihm unautorisiertes Entfernen und Aufbewahren geheimer Materialien vorgeworfen, worauf maximal ein Jahr Haft steht, sowie Diebstahl von Regierungseigentum mit einem Höchststrafmaß von zehn Jahren. Das Justizministerium könnte allerdings sehr wohl noch zusätzliche Vorwürfe gegen M. vorbringen.

Über die Festnahme des 51-Jährigen hatte zuerst die „New York Times“ berichtet. Das US-Justizministerium bestätigte der Nachrichtenagentur AP den Fall, nannte aber nicht die Geheimdienstbehörde, für die der Mann arbeitete. Aus US-Regierungskreisen erfuhr die AP aber, dass es die NSA war.

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