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Der Weltraum ist ein riesiges Rohstofflager

Freitag, 16.09.2016 19:40 von

Die Nasa-Mission Osiris-Rex soll erstmals Material von einem Asteroiden holen. Chris Lewicki plant längst Größeres: Der Chef des Start-ups Planetary Resources will Rohstoffe im All gewinnen – und die Erde vermessen.

WirtschaftsWoche: Herr Lewicki, die Nasa will den Asteroiden Bennu erforschen. Er gilt als Gefahr für die Erde, kann Kontinente verwüsten. Sie dagegen sehen Asteroiden als Chance für die Menschheit. Warum?

Chris Lewicki: Die Nasa besucht Bennu aus vielen Gründen. Die Abwehr von gefährlichen Asteroiden ist einer davon; ein anderer ist, seine Rohstoffe zu studieren. Wir gehen davon aus, dass Asteroiden einen der wertvollsten Rohstoffe im All enthalten. Und an den wollen wir ran.

Gold? Diamanten?

Wasser. Es gehört zu den wichtigsten Dingen, die Sie dabeihaben sollten auf einer Raumstation, auf dem Mond oder dem Mars – zum Trinken, Kochen und Atmen von Sauerstoff. Außerdem schützt Wasser Sie vor gefährlicher Strahlung. Wie in Kernkraftwerken, wo Wasser die Radioaktivität der Brennstäbe abschirmt.

Warum nicht Wasser von der Erde mitnehmen?

Weil der Transport per Rakete extrem teuer ist. Das Gleiche gilt für Treibstoff. Wenn wir Wasser von Asteroiden gewinnen, können wir Treibstoff daraus produzieren – und Zapfsäulen im All bauen. Raumschiffe könnten weiter ins All reisen als je zuvor.

Ein tollkühner Plan. Womöglich zu tollkühn?

Viele Regierungen glauben daran. Luxemburg hat im Frühjahr eine 200 Millionen Euro starke Initiative für den Weltraumbergbau gestartet, bei der wir Partner sind. Und die USA haben ein Gesetz für die Vergabe von Schürfrechten im All verabschiedet.

Sie haben vergangenes Jahr ein Weltraumteleskop zum Test in den Orbit geschickt. Was ist das Ziel?

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