Der Marathonmann

Freitag, 07.10.2016 16:00 von

Karl-Erivan Haub will Kaiser's Tengelmann schon lange loswerden und nun hat sich das Warten für ihn gelohnt. Doch nicht nur bei dem Verkauf seiner Supermarktkette musste der Unternehmer-Spross Ausdauer beweisen.

Beim Marathonlaufen beweist er Durchhaltevermögen. Und auch beim Verkauf der verlustreichen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann an Edeka hat Karl-Erivan Haub als Miteigentümer der Tengelmann-Gruppe sein Ziel schon lange Zeit stur im Blick. Nach jahrelangem Gezerre steht er nun wohl kurz vor dem Ziel: Bei einem Spitzentreffen auf Initiative der Gewerkschaft Verdi stimmte die Konkurrenz der geplanten Übernahme überraschend doch noch zu.

Als Spross einer Unternehmerfamilie schien früh vorgezeichnet, dass Haub eines Tages den Handelskonzern übernehmen würde, zu dem auch die Obi-Baumärkte und der Textildiscounter Kik gehören. Haub führt die Tengelmann-Gruppe in der fünften Generation. Für seine beiden Brüder und ihn habe es jedoch „keinerlei Zwang“ gegeben, ins Unternehmen einzusteigen. „Wir waren aufgefordert, uns außerhalb der Firma zu beweisen“, sagte er einmal in einem Interview.

Nach seiner Lehre zum Einzelhandelskaufmann in der Tengelmann-Gruppe und dem Studium in St. Gallen ging Haub erst einmal zum Lebensmittelhersteller Nestlé und später zum Unternehmensberater McKinsey. Nach der Wende half er, in den neuen Bundesländern die Tengelmann-Aktivitäten aufzubauen. „Ich bin 1990 gleich rübergegangen und habe in einem Wohnwagen gelebt"“, erzählte Haub.

1992 stieg er mit 32 Jahren offiziell in die Tengelmann-Gruppe ein und wurde Stellvertreter seines Vaters Erivan Haub. Seit dem Jahr 2000 steht er an der Spitze. Defizite belasteten das Supermarktgeschäft schon damals. Tengelmann spielte bereits 1999 mit dem Gedanken, die damals noch getrennten Ketten Kaiser's und Tengelmann an Edeka abzugeben - jedoch erfolglos.

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