Der Kreml nennt den Westen einen Aggressor

Montag, 26.09.2016 14:00 von

„Barbarei“ im syrischen Bürgerkrieg: Washington erhebt schwere Vorwürfe gegen Moskau. Der Kreml weist die Anschuldigungen zurück – und attackiert seinerseits die USA. Das Land gefährde den Friedensprozess.

Russland hat die Vorwürfe der USA zurückgewiesen, Schuld an der Eskalation im syrischen Bürgerkrieg zu sein. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die scharfen Anschuldigungen als nicht hinnehmbar. Diese Rhetorik könne dem ganzen Friedensprozess schaden, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Russland machte seinerseits Washington Vorhaltungen: Außenminister Sergej Lawrow warf den USA vor, kein verlässlicher Verhandlungspartner zu sein. „Ich kann ihnen nicht zu 100 Prozent trauen“, sagte er am Montag dem Sender NTW. Die USA erweckten den Eindruck, dass sie ihren Verpflichtungen nicht gerecht würden. Lawrow warf Washington vor, sich bei der Terrorbekämpfung allein auf die IS-Miliz zu konzentrieren und die ebenfalls als terroristisch eingestufte an-Nusra-Front gewähren zu lassen.

Die US-Botschafterin Samantha Power hatte Russland bei einer Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats heftig attackiert. Russland betreibe in Aleppo „keinen Anti-Terror-Kampf, sondern Barbarei“, sagte sie am Sonntag in New York. Sie gab Moskau die Schuld an der Gewalteskalation in Syrien. In Aleppo war es am Wochenende zu schweren Luftangriffen gekommen. Der britische Außenminister Boris Johnson warf Russland vor, den Krieg in die Länge zu ziehen und möglicherweise Schuld an Kriegsverbrechen zu haben.

Eine Sprecherin des Außenministeriums erklärte mit Blick auf die Vorwürfe von Boris Johnson, diese träfen in ähnlicher Weise auf Großbritannien zu – in Bezug auf Irak. Der Westen müsse selbst erst beweisen, dass er nicht Aggressor sei, schrieb die Sprecherin Maria Sacharowa auf ihrer Facebook-Seite. Bisher beweise die Geschichte das Gegenteil.

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