Der geteilte Sonnenstaat

Montag, 07.11.2016 18:40 von

In Florida könnte sich die US-Wahl entscheiden. Der Bundesstaat ist politisch zerrissen. Während im Süden die Exil-Kubaner zu den Demokraten überlaufen, halten im Norden wütende weiße Rentner zu Trump. Ein Ortsbesuch.

Der Mann, den sie den „Trump der Tropen“ nennen, macht Hillary Clinton Hoffnung. Ausgerechnet Jorge Perez, der 67-jährige Immobilien-König von Miami, wird nicht für den Republikaner Donald Trump stimmen. „Wenn du an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen willst, auf welcher Seite werde ich dann stehen?“, beschwerte sich Perez bei Trump, wie er der „Tampa Bay Times“ berichtete.

Der als Sohn kubanischer Eltern in Argentinien geborene Perez stört sich wie die allermeisten Latinos an Trumps einwandererfeindlichen Sprüchen – obwohl er jahrzehntelang Freund und Geschäftspartner des New Yorker Baulöwen war. Auf Trumps Bitte um Unterstützung antwortete er: „Wenn ich das machen würde, würde kein einziger Hispanic in Südflorida mehr mit mir reden.“

Diese Stimmung ist vor allem in Miami zu spüren, wo Anwälte auf großen Anzeigenwänden auf Spanisch „Ayuda con emigración?“ fragen – also Hilfe bei der Einwanderung anbieten. Ein großer Platz ist nach Kubas Nationaldichter José Martí benannt, und ein Stadtviertel heißt Little Havana, kleines Havanna. Trumps Attacken gegen globalen Handel und Immigranten hält nicht nur Perez für katastrophal, was den Warenaustausch des boomenden Floridas angeht.

Zuwanderer wie Perez sind hier im Süden zu einer mächtigen Wahlgruppe geworden. Sie gehen so zahlreich an die Wahlurnen wie nie zuvor – und könnten Clinton damit den Sieg in Florida bescheren und so den Einzug ins Weiße Haus sichern. Sollte Trump nicht Floridas 29 Wahlmänner holen, hat er so gut wie keine Chance mehr, die Wahl für sich zu entscheiden.

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