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Der fürchterliche Trump-Effekt

Samstag, 17.09.2016 11:20 von

Auch wenn Donald Trump nicht ins Weiße Haus einzieht: Die von ihm geschürte Wut in der Bevölkerung dürfte dramatische Folgen haben – auf die politische Kultur dies- und jenseits des Atlantiks. Ein Gastbeitrag.

Europäische Freunde rufen neuerdings öfters an, um besorgte Fragen zur amerikanischen Präsidentschaftswahl zu stellen. Hillary Clintons Gesundheit oder Donald Trumps Bewunderung von Putin sind für sie nur schwer einzuordnen. Ich antworte klar auf eine häufig gestellte Frage: Aufgrund der Arithmetik des amerikanischen Wahlsystems sei es unwahrscheinlich, dass Trump oder überhaupt ein Republikaner in absehbarer Zukunft zum Präsidenten gewählt wird.

Für das Wahlergebnis des 8. November kommt es vor allem auf die Wahlmänner an. Zwar gewann Al Gore, der demokratische Herausforderer, im Jahr 2000 die Volksabstimmung, doch Präsident wurde letztlich der Republikaner George W. Bush. Das Abstimmungsverhalten der stimmberechtigten Bevölkerung wirkt sich in einem indirekten Wahlsystem mit Wahlmännern – dem sogenannten „electoral college“ –, wie es die Gründerväter der Vereinigten Staaten vorsahen, nur begrenzt auf das tatsächliche Ergebnis aus.

Die europäischen Verhältnisse stets vor Augen, wollten sie sich mit den Worten Alexander Hamiltons vor „Aufruhr und Unordnung“ schützen, die Demagogen durch geschicktes Aufwiegeln der öffentlichen Meinung hätten schüren können. Von Facebook (Facebook Aktie) und Twitter hätte Hamilton zwar nie zu träumen gewagt, seine Sorge scheint im gespaltenen Amerika der Gegenwart aber immer berechtigter.

Die Umfragen erlauben also kaum mehr als einen Einblick in die öffentliche Meinung. Die Zahl, auf die es wirklich ankommt, lautet 270. Denn so viele Wahlmännerstimmen werden für den Sieg benötigt. Diese werden unter den Bundesstaaten entsprechend der Bevölkerungszahl aufgeteilt.

Trump redet schon von „Wahlbetrug“

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