Der Fluch des Leo Kirch

Dienstag, 18.10.2016 12:00 von

Die Affäre um das Erbe des verstorbenen Medienunternehmers nimmt für die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) kein Ende. Die Münchner Staatsanwälte haben Revision gegen die Freisprüche mehrerer Ex-Vorstandschefs der Bank eingelegt.

Als ob die Deutsche Bank nicht genug Ärger in der Gegenwart hätte, holt sie jetzt wieder einmal ihre Vergangenheit ein. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat am Montag endgültig Revision gegen die Freisprüche im Strafprozess wegen Prozessbetrugs gegen ehemalige Topmanager der Bank eingereicht und bestätigte damit einen Bericht des Handelsblatts.

Allerdings müssen sich nur die ehemaligen Vorstandschefs Rolf Breuer, Josef Ackermann und Jürgen Fitschen Sorgen machen. Die Urteile gegen den früheren Aufsichtsratschef Clemens Börsig sowie Ex-Personalvorstand Tessen von Heydebreck akzeptieren die Staatsanwälte.

Nun muss der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden, ob er die beanstandeten Urteile aufhebt. Zunächst einmal wird der Generalstaatsanwalt den Revisionsantrag prüfen, dann muss der Generalbundesanwalt entscheiden, ob er die Anklage vertritt.

Wann der BGH sich der Sache annimmt, ist offen. Kommt das oberste Gericht zu dem Schluss, dass das erste Urteil fehlerhaft ist, müsste das Verfahren neu aufgerollt werden. Die Entscheidung über die Revision dürfte nicht nur für Breuer, Ackermann und Fitschen zur Geduldsprobe werden, sondern auch für andere Top-Manager der Bank und Mitarbeiter der Rechtsabteilung, gegen die Münchner Ankläger ebenfalls wegen möglichen Prozessbetrugs ermitteln.

Breuer hatte 2002 vor laufenden Kameras die Kreditwürdigkeit des Medienunternehmers Leo Kirch angezweifelt, der die Bank deshalb für die Pleite seiner Firmengruppe verantwortlich machte. Im Zivilverfahren verpflichtete sich die Bank, in einem Vergleich 925 Millionen Euro an die Kirch-Erben zu bezahlen.

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