"Der Fensterbauer haftet nicht, wenn eingebrochen wird"

Mittwoch, 30.11.2016 15:20 von

Der Angriff auf die Telekom-Router zeigt: Es gibt Handlungsbedarf - sowohl bei den Unternehmen als auch in der Politik. Der IT-Branchenverband Bitkom wehrt sich gegen die Forderung nach einer Firmenhaftung.

Der IT-Branchenverband Bitkom weist nach den Hackerangriffen gegen die Deutsche Telekom (Deutsche Telekom Aktie) Forderungen aus der Politik nach einer Firmenhaftung zurück. "Der Fensterbauer haftet auch nicht, wenn in eine Wohnung eingebrochen wird oder der Hersteller von Fahrradschlössern für den Diebstahl von Fahrrädern", sagte Bitkom-Geschäftsleiterin Sicherheit und Datenschutz, Susanne Dehmel, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

"Eine Produkthaftung für IT-Produkte läuft weitgehend ins Leere." Die Sicherheit hänge in diesem Bereich nicht nur vom Produkt, sondern einer Vielzahl von Faktoren ab - bis hin zu individuellen Fehlern. Am Dienstag hatte die SPD eine Produkthaftung gefordert, die auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière erwägt.

Es müsse darum gehen, das Sicherheitsniveau im digitalen Raum insgesamt zu erhöhen, erklärte der Branchenverband. Dazu gehöre, dass die Wirtschaft möglichst sichere Produkte anbiete und das Sicherheits-Bewusstsein der Anwender geschärft werde. Die Hersteller hätten in den vergangenen Jahren ihre Produkte immer weiter verbessert. "Müssten sie die Verantwortung für kriminelle Cyberangriffe übernehmen, könnten seriöse Anbieter ihre Produkte im deutschen Markt nicht mehr anbieten", sagte Dehmel. Damit wären Tür und Tor für Billigstanbieter geöffnet, die nicht in die Verantwortung genommen werden könnten. "Dies würde im Ergebnis nicht zu mehr, sondern zu weniger Sicherheit führen."

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) plädierte am Mittwoch für eine engere Kooperation von Bund und Ländern. „Wir müssen uns schlichtweg an einen Tisch setzen, Erkenntnisse und Informationen austauschen, dann werden wir auch besser werden“, sagte Jäger am Mittwoch dem RBB-Inforadio. Es müsse verhindert werden, dass Hacker an kritische Infrastrukturen wie etwa die Stromversorgung gelangten.

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