„Der Erzbischof müsste dann auch Zeitungen verklagen“

Mittwoch, 09.11.2016 16:00 von

Der Bamberger Erzbischof wird wegen einer Aussage zum künftigen Bundespräsidenten mit Hasskommentaren konfrontiert. Das Bistum gibt der AfD die Schuld: Sie habe den Oberhirten falsch zitiert. Die Partei weist das zurück.

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat gelassen darauf reagiert, dass der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick wegen eines umstrittenen Facebook-Postings juristisch gegen sie vorgeht. „Den vom Erzbischof erhobenen Vorwurf teilen wir nicht, einer entsprechenden Klage– sollte sie eingehen– sehen wir gelassen entgegen“, sagte AfD-Bundesvorstandsmitglied Dirk Driesang dem Handelsblatt.

Schick hat laut Angaben eines Bistumssprechers eine einstweilige Verfügung gegen die AfD beantragt, um zu erreichen, dass ein Facebook-Eintrag mit einer ihm zugeordneten, aber seiner Meinung nach unkorrekt verkürzten Aussage gelöscht wird. Die Partei hatte nach einer Podiumsdiskussion in Nürnberg Ende Oktober auf Facebook (Facebook Aktie) gepostet: „Kirche: Muslimischer Bundespräsident denkbar“. Auf einem Bild des Erzbischofs ist zudem ein Stempel mit der Aufschrift „Halal“ (muslimischer Begriff für erlaubte Lebensmittel) zu sehen.Unter dem Beitrag hinterließen User Hass-Kommentare gegen Schick. Nach Angaben des Erzbischöflichen Ordinariats waren auch Tötungsaufrufe geäußert worden. Der Antrag auf einstweilige Verfügung wurde beim Landgericht Hamburg eingereicht. Ein Gerichtssprecher konnte den Eingang am Mittwoch zunächst noch nicht bestätigen.Driesang sagte, verschiedene Zeitungen, wie beispielsweise der „Münchner Merkur“, hätten ganz ähnliche Überschriften oder Texte gebracht. Es gebe daher keinen Grund, die AfD anders zu stellen als etwa den „Münchner Merkur“. „Der Erzbischof müsste konsequenterweise dann auch diese und andere Zeitungen verklagen.“ Zugleich versicherte der AfD-Politiker, dass seine Partei „selbstverständlich“ Hasskommentare lösche, wenn sie darauf aufmerksam gemacht werde. Einschränkend fügte er jedoch hinzu: „Billigerweise kann von uns weder verlangt noch erwartet werden, dass die Kommentare auf unseren Facebook-Seiten in jeder Sekunde einer hundertprozentigen Kontrolle unterliegen.“

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