Der einsame Bundesbank-Präsident

Donnerstag, 24.11.2016 17:20 von

Unermüdlich kämpft Jens Weidmann gegen Schuldenberge und Geldfluten. Verbündete hat der Notenbanker kaum noch. Doch eins ist ihm wichtiger als alle ordnungspolitischen Überzeugungen: Ansehen und Unabhängigkeit der EZB.

Er hat geahnt, dass die nächsten Jahre nicht einfach werden würden. Im Mai 2011 trat Jens Weidmann seinen neuen Job als Präsident der Bundesbank in Frankfurt an. Vorgänger Axel Weber hatte mitten in der Euro-Krise hingeschmissen – er fühlte sich im Kampf gegen den Ankauf von Staatsanleihen hochverschuldeter Euro-Länder nicht ausreichend von Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt. Fortan sollte Weidmann erfahren, wie einsam der Bundesbank-Präsident im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) sein kann. Immer wieder scheiterte er dort mit dem Versuch, eine weitere Expansion der Geldpolitik zu verhindern.

Er gibt nicht auf, bis heute nicht. Aber Weidmann hat seine Strategie den neuen Realitäten angepasst. Zu Beginn seiner Amtszeit machte sich der 48-Jährige wenig Mühe, seine Fundamentalopposition gegen die lockere Geldpolitik zu verhehlen. Inzwischen sind er und seine wenigen verbliebenen Verbündeten im EZB-Rat nach außen ruhiger geworden. Halböffentliche Streitereien, so Weidmanns Sorge, beschädigen das Ansehen der EZB in der Öffentlichkeit noch stärker als die in seinen Augen falsche Geldpolitik. Und so erzählen Weidmanns Jahre als Notenbanker auch die Geschichte, wie sich ein Überzeugungstäter als Verantwortungsethiker bewähren muss.

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