Der Durchbruch

Dienstag, 25.10.2016 19:40 von

Volkswagen hat in der Dieselaffäre das erste Vergleichsverfahren in den USA durch die Gerichtsinstanzen gebracht. Der Autobauer kann die Angelegenheit allerdings noch nicht zu den Akten legen. Ein Kommentar.

Volkswagen hat den Durchbruch geschafft. Das erste Gericht in den USA hat in der Dieselaffäre einen Vergleich mit geschädigten amerikanischen Autofahrern genehmigt. Ganz wichtig dabei: Es ist das größte Vergleichsverfahren: Fast 500.000 US-Kunden in den USA können daran teilnehmen, etwa 85 Prozent aller manipulierten Fahrzeuge werden davon erfasst.

Da das erste und wichtigste Verfahren alle nötigen Instanzen durchlaufen hat, dürften die fehlenden 15 Prozent keine besonderen Probleme mehr bereiten. Der zivilrechtliche Streit mit betroffenen Autofahrern in den USA wird den VW-Konzern nicht mehr allzu sehr belasten.

Deshalb ist die Erleichterung natürlich überall in Wolfsburg zu spüren. Der Konzern hat diese wichtige Hürde genommen. Auch wenn sie sehr teuer ist und mehr als zehn Milliarden Dollar (Dollarkurs) kosten wird. Volkswagen (VW Aktie) hat einen ersten Befreiungsschlag geschafft, der eine große Last nimmt.

Allerdings ist die Dieselaffäre damit nicht zu den Akten gelegt. Denn außer dem zivilrechtlichen Streit mit den Autofahrern gibt es noch die Aufsichtsbehörden und das laufende Strafverfahren in den USA.

Volkswagen kann sich jetzt nicht entspannt zurücklehnen und versuchen, den Dieselskandal ganz schnell zu vergessen. Weitere Milliardenforderungen werden noch auf den Wolfsburger Konzern zukommen.

Das US-Justizministerium geht bereits der Frage nach, wie hoch die Geldstrafe für VW ausfallen darf. Sie soll hoch genug ausfallen, damit kein anderer Autokonzern jemals wieder auf die Idee kommt, die Abgaswerte seiner Fahrzeuge zu manipulieren. Volkswagen soll allerdings auch nicht in die Insolvenz geschickt werden. Eine einstellige Milliardenstrafe gilt deshalb als am wahrscheinlichsten.

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