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Der Abstieg von „Sir Philip“ zu „Mr. Green“

Donnerstag, 20.10.2016 19:20 von

Das britische Parlament will Sir Philip Green die Ritterwürde aberkennen. Parlamentarier beschimpfen den Milliardär mittlerweile als „Gauner“. Er wird für den Kollaps der Haushaltskette BHS verantwortlich gemacht.

Philip Green gehört zu den reichsten Briten – und zu den unbeliebtesten. Einst hatte der 64-Jährige, zu dessen Firmenimperium unter anderem die Modeketten Topshop, Miss Selfridge und Dorothy Perkins gehören, für seine Verdienste im britischen Einzelhandel einen Adelstitel verliehen bekommen. Doch bald muss er wohl seinen Namen von „Sir Philip“ zu „Mr. Green“ ändern. Am Donnerstag beschlossen die britischen Abgeordneten nach einer dreistündigen Sitzung, ihm seinen Adelstitel abzuerkennen.

Die finale Entscheidung trifft zwar ein Komitee, es wird jedoch damit gerechnet, dass dieses der Empfehlungen der Abgeordneten folgen wird. Ein „Gauner“ sei Green, sagte der Abgeordnete David Winnick vor der Abstimmung im Parlament und ein anderer Abgeordneter, Frank Field, verglich ihn gar mit Napoleon.

Grund für die der Wut vieler Briten auf Green ist der Zusammenbruch der in Großbritannien bekannten Kaufhauskette BHS. Im Jahr 2000 hatte Green die Kaufhauskette übernommen, ein Traditionskaufhaus, in dem viele Briten lange alles kauften: von Haushaltswaren bis hin zu Kleidung. Offizielle Besitzerin von BHS wurde Greens Frau Tina. Es wird geschätzt, dass Green und sie in den 15 Jahren, in denen ihnen BHS gehörte, hunderte Millionen als Dividenden aus dem Unternehmen zogen. Doch das Geschäft lief nicht gut. BHS galt im Vergleich zur Konkurrenz als altbacken. 2015 wurde die Kette für ein Pfund an ein Konsortium um den ehemaligen Rennfahrer Dominic Chappell abgestoßen, nur ein Jahr später brach BHS zusammen.

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