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DAX: Die Tage des leichten Geldes sind vorbei!

Montag, 09.01.2017 13:19

Kommentar von Dr. Bernd Heim

Liebe Leser,

leicht war das vergangene Börsenjahr gewiss nicht, auch wenn aus der Rückschau vieles einfacher und beherrschbarer aussieht als an den Tagen, an denen man sich mit schwierigen Entscheidungen quält und neu positionieren muss. Insbesondere die letzte Jahreshälfte war an der Börse dank der zähen Seitwärtsbewegung, die sich über insgesamt vier Monate erstreckte, nicht einfach zu handeln. Der Markt schien lange Zeit noch unberechenbarer als sonst zu sein und mit diesem Gefühl starten wir in diesen Tagen in das neue Börsenjahr. Normalerweise verläuft der Jahresauftakt an der Börse positiv. In den meisten Jahren ist die Stimmung zum Jahresbeginn gut und die Kurse pflegen zu steigen. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, aber gerade sie haben es in sich. Den Anfang des letzten Jahres verhagelten uns die Chinesen. Die massiven Sorgen um eine mögliche Konjunkturflaute im Reich der Mitte belasteten nicht nur die Börsen in Shanghai und Shenzhen. Auch der DAX zeigte sich verschnupft und legte zunächst den Rückwärtsgang ein. Zwar verflüchtigten sich die Sorgen der Anleger schon recht bald wieder, doch den fehlenden Schwung vom Jahresanfang konnte der DAX über das ganze Jahr hinweg nie richtig ausgleichen. Während die Börsen in den USA haussierten und der Dow Jones schon im Sommer ein neues Allzeithoch markierte, hatte der DAX lange Zeit große Mühe, seinen Schlussstand vom Dezember 2015 wieder zu erreichen.

Neues Jahr, alte Herausforderungen

Ob das Jahr 2017 für die Anleger ähnlich schwierig werden wird, das wissen wir mit Sicherheit erst am Ende des Dezembers. Doch schon heute scheint relativ klar zu sein, dass das Börsengeschehen in 2017, ähnlich wie im Vorjahr, viele Überraschungen für uns bereithalten wird. Ob diese sich am Ende als gute oder schlechte Überraschungen herausstellen werden, bleibt abzuwarten. Allerdings ist die Gefahr, negativ überrascht zu werden, im Vergleich zum vergangenen Jahr noch einmal größer geworden. Zu nennen ist hier in erster Linie die Politik der Notenbanken. Sie konnte in den vergangenen Jahren relativ leicht auf die Gleichung ‚Mehr Geld von den Notenbanken gleich höhere Kurse‘ reduziert werden. Diese Gleichung galt schon im letzten Jahr nur noch mit Einschränkungen. In diesem Jahr wird sie auf eine noch härtere Probe gestellt werden, denn es sieht so aus, als würden die Notenbanken unterschiedliche Wege einschlagen. Die weltweit wichtigsten Fragen sind derzeit, ob die amerikanische Notenbank die Zinsen weiter erhöhen wird, und wenn ja, in welchem Tempo. Daneben stellt sich die Frage, ob die Europäische Zentralbank, die Bank of Japan und die Peoples Bank of China an ihrer Politik des lockeren Geldes festhalten werden, wenn die Zinsen in den USA zeitgleich immer weiter anziehen. Im vergangenen Jahr bestand diese Problematik grundsätzlich zwar auch schon. Sie kam jedoch nicht zum Tragen, weil die FED lange Zeit nur verbal an der Zinsschraube drehte und von konkreten Schritten absah. Damit ist in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen. Die Inflation zieht nicht nur in den USA langsam an und überall auf der Welt wächst der Druck auf die Notenbanken, mit steigenden Zinsen gegenzusteuern.

Bedeutsame Richtungsentscheidungen stehen an

Im Dezember hat die Europäische Zentralbank noch einmal explizit bestätigt, dass sie die Zinsen auf absehbare Zeit nicht erhöhen wird und ihr Anleihekaufprogramm im bisherigen Umfang beibehalten will. Diese Ankündigung vernahm der Markt mit Freude und steigenden Kursen. Doch wie nachhaltig sind diese? Kann es sich die EZB wirklich leisten, weiterhin die Märkte mit frischem Geld zu fluten, wenn gleichzeitig in den USA die Maßnahmen anlaufen, das viele Geld, das man in den Jahren zuvor unters Volk gebracht hat, wieder einzusammeln? Die Frage ist nicht ohne Brisanz, denn agieren die beiden wichtigsten Notenbanken in diesem Jahr tatsächlich so grundverschieden, droht den Finanzmärkten eine rasante Schleuderfahrt, weil an verschiedenen Stellen gleichzeitig gebremst und kräftig aufs Gaspedal getreten wird. Dass die FED eine erneute Zinswende einleitet und wieder zu einer Politik des lockeren Geldes zurückkehrt, während der neugewählte US-Präsident Geld, das er nicht hat, mit beiden Händen ausgibt, ist kaum zu erwarten. Was bedeutet, dass wenn sich eine Notenbank von ihrer Politik verabschieden muss, diese mit hoher Wahrscheinlichkeit die EZB sein wird.

Die USA bleiben der Taktgeber

Wenn die Annahme stimmt, dass die Vorgaben für die Weltfinanzpolitik auch in 2017 aus den USA kommen werden, wird die EZB sich ebenfalls bewegen müssen, falls die FED an ihrer Politik der Zinsstraffung festhält. Ihre Glaubwürdigkeit könnte unter diesen Umständen aber sehr leicht Schaden nehmen. In diesem Fall drängt sich sofort eine weitere Frage auf: Kann sich Mario Draghi als Präsident an der Spitze der Europäischen Zentralbank halten, wenn die vollmundigen Ankündigungen aus dem Dezember wieder zurückgenommen werden müssen? Vermutlich nicht. Mario Draghi werden die Anleger ebenso wie die Bürger der Eurozone immer mit der Politik des leichten Geldes und mit negativen Zinsen in Verbindung bringen. Es wäre daher aus Sicht der EZB und ihrer Glaubwürdigkeit wünschenswert, wenn die europäische Variante der Zinswende mit einem anderen Gesicht verbunden ist. Vor diesem Hintergrund bin ich mir sicher, ob der Präsident, mit dem die EZB in das neue Jahr gegangen ist, auch jener sein wird, mit dem man das Jahr im Dezember beschließen wird. Wie die Märkte auf eine derartige Personalie reagieren werden, ist eine weitere spannende Frage.

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