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„Dass VW mit zweierlei Maß misst, ist inakzeptabel“

Donnerstag, 15.09.2016 19:20 von

Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller zieht nach einem Jahr VW-Skandal eine ernüchternde Bilanz. Im Interview wirft er dem Autokonzern vor, Betroffene in Europa wie Kunden zweiter Klasse zu behandeln.

Klaus Müller kritisiert, dass noch viele VW-Kunden auf eine Entschädigung für ihre manipulierten Fahrzeuge warten. Im Interview fordert der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) von der Politik, mehr Druck auf den Konzern auszuüben.

Herr Müller, US-Kunden bietet VW einen Rückkauf der Fahrzeuge oder eine Entschädigung im Rahmen eines Vergleichs an, nicht aber den Kunden in Europa. Wie bewerten Sie das?Volkswagen hat weltweit seinen Kunden unzulässige Dieselfahrzeuge verkauft. Dass das Unternehmen bei der Wiedergutmachung mit zweierlei Maß misst, ist nicht akzeptabel. Langzeitfolgen wie ein möglicher Wertverlust der betroffenen Fahrzeuge müssen in Europa derzeit allein von den Besitzern getragen werden. Das muss sich schnellstens ändern. Europäische Kunden dürfen nicht zu Kunden zweiter Klasse werden. Volkswagen (VW Aktie) muss ihnen endlich mit einem fairen Entschädigungsangebot entgegenkommen.

Der ADAC forderte jüngst von Autoindustrie und Politik eine verbindliche Garantie, dass sich für Verbraucher weder aus der Umrüstung manipulierter Fahrzeuge noch aus der Aufarbeitung weitere Nachteile ergeben. Sehen Sie das auch so?Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass Volkswagen für seine Fehler gerade steht. Und dafür muss VW nach unserer Auffassung eine rechtsverbindliche Garantie für die betroffenen Fahrzeuge ausstellen. Und das schließt ganz klar langfristige Auswirkungen mit ein, wie die auf den Restwert des Fahrzeugs. Dass der Konzern dies bisher ablehnt, ist nicht akzeptabel.

Reicht es, wenn Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in dieser Frage auf die Zusicherungen von VW vertraut?Das Vertrauen in Volkswagen und seine Zusagen ist leider angekratzt. Eine einklagbare Garantie, dass Volkswagen die Folgen der Nachrüstung ausgleicht - auch langfristig - würde getäuschten Kunden Rechtssicherheit geben.

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