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Das US-Störfeuer sorgt für Alarm

Donnerstag, 16.02.2017 12:37 von

Mit der Bilanz von Infineon (Infineon Aktie) können Aktionäre hoch zufrieden sein. Doch die Blockade einer wichtigen Übernahme durch die US-Behörden sorgt für große Unruhe. Drohen Deutschlands größtem Chiphersteller weitere Probleme?

Mehr Umsatz, ein besseres Ergebnis, eine höhere Dividende. Es hätte ein durch und durch harmonisches Aktionärstreffen werden können bei Infineon an diesem Donnerstag in München. Hätten da nicht vergangene Woche die US-Behörden eine völlig unerwartete Entscheidung getroffen: Die amerikanischen Aufseher blockieren die geplante Übernahme des US-Wettbewerbers Wolfspeed durch Infineon.

„Das war keine gute Nachricht“, betonte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Mehr noch: Die Kleinaktionärsvertreterin fürchtet weitere Schwierigkeiten für Deutschlands größten Halbleiterhersteller in den USA: „Laufen Sie Gefahr, unter einen Bann und Strafzölle in den USA zu fallen?“

So wie Bergdolt sind auch viele andere Aktionäre alarmiert von dem Störfeuer aus den USA. Es zögen graue Wolken am Horizont auf durch Staaten, die sich abschotteten, unterstrich Daniel Bauer (Bauer Aktie) von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK).

Infineon wollte den US-Halbleiterspezialisten Wolfspeed dieses Frühjahr für 850 Millionen Dollar (Dollarkurs) kaufen. Das Unternehmen stellt Chips für die Ladetechnik von Elektroautos her. Die Übernahme sei voll im Plan, sagte Infineon-Chef Reinhard Ploss noch Anfang Februar. Das Okay der Behörden sei in diesem Quartal zu erwarten.

Auf der Hauptversammlung nun musste der Unternehmenslenker eingestehen, dass er sich getäuscht hatte. Ploss wollte den Deal zwar noch nicht komplett abschreiben. Aber der 61-Jährige gab sich sehr zurückhaltend: „Wir sehen ein ganz erhebliches Risiko, dass wir die Übernahme nicht wie geplant oder sogar überhaupt nicht werden durchführen können.“

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