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Marktanalyst Salcher: EZB - Markt hat klare Erwartungshaltung

Das Risiko Trump bedroht die Weltwirtschaft

Dienstag, 04.10.2016 08:00 von

Die Finanzmärkte verfolgen den US-Wahlkampf. Der Sieg Hillary Clintons im TV-Duell wurde mit Erleichterung registriert. Doch Konkurrent Donald Trump holt auf. Ökonomen befürchten schon das Schlimmste.

Führende Ökonomen in Deutschland warnen vor massiven wirtschaftlichen Verwerfungen, sollte sich ein Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl im November abzeichnen. „Wenn Donald Trump in den Umfragen aufholen sollte, könnte das zu Erschütterungen an den Finanzmärkten führen“, sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, dem Handelsblatt. „Sonst sind die USA eher der sichere Hafen in Krisen, durch Trump könnten sie wie in der Finanzkrise zum Zentrum eines Finanzmarktbebens werden.“

Ähnlich äußerte sich der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. „Ja, ein Wahlsieg von Donald Trump könnte ein Risiko für die Weltmärkte darstellen“, sagte Schmieding dem Handelsblatt. „Niemand weiß, was er als Präsident wirklich machen würde.“ Während der Kongress die Innen-, Wirtschafts- und Finanzpolitik präge, habe der US-Präsident „erhebliche“ Befugnisse in der Außen- und Außenwirtschaftspolitik. „‎Sollte er beispielsweise einen Handelskrieg mit China vom Zaun brechen, könnte dies die Welthandelsordnung schwächen. Dies wäre auch eine Gefahr für die weltoffenen Handelsnationen in Europa“, betonte der Volkswirt. „Zumindest die Unsicherheit über das, was Trump tun würde, könnte zeitweilig die Märkte belasten.“Auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, äußerte sich besorgt. „Ein Präsident Trump würde vier verlorene Jahre für die Weltwirtschaft bedeuten – in einer Zeit in der die Weltwirtschaft und Europa eine wirtschaftlich und politische starke USA benötigen“, sagte Fratzscher dem Handelsblatt. Selbst wenn ein Präsident Trump auch nur die Hälfte seiner angekündigten wirtschaftspolitischen Maßnahmen umsetzen sollte, wird die Weltwirtschaft nach Einschätzung Fratzschers „deutlich geschwächt, und es würde zu ernsten Handelskonflikten zwischen Europa und den USA kommen“.

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