„Das Dogma der Blockchain ist realitätsfern“

Montag, 19.09.2016 20:40 von

Die Finanzwelt setzt Hoffnung auf die Blockchain-Technologie, um Transaktionen günstig abzuwickeln und lange speichern zu können. Doch das ewige Gedächtnis der Technik kollidiert mit anderen Interessen. Ein Gastbeitrag.

Eine der anerkannten Stärken der Blockchain ist, dass sie über ihre Distributed Ledger-Struktur Transaktionsdaten dauerhaft und unveränderlich hinterlegt. So ist jede der mehr als 160 Millionen Bitcoin-Transaktionen, die seit dem Start der Kryptowährung 2009 stattgefunden haben, so lange in den Kontobüchern festgeschrieben wie Bitcoins existieren.

Der dauerhafte Fortbestand aller Daten war sicherlich unerlässlich für den Aufbau von Vertrauen in eine dezentral organisierte Währung, die inzwischen von Millionen Menschen genutzt wird. Zugleich könnte er sich aber als Hemmschuh für den Einsatz der Technologie in anderen Bereichen der Finanzwirtschaft erweisen, auf die sich weltweit Milliarden von Nutzern verlassen. Angesichts der Kollision mit neuen Datenschutzregelungen wie dem Recht auf Vergessen und fehlender Möglichkeiten, menschliche Fehler oder kriminelle Handlungen effizient zu korrigieren, könnte die Unveränderbarkeit der Blockchain selbst zu ihrem größten Hindernis werden.

Die Finanzindustrie muss sich deshalb die Frage stellen, wie sie die Attraktivität einer „unberührbaren“ Datenaufzeichnung mit den Anforderungen der Lebensrealität in Einklang bringen will, in der bestimmte Dinge nun einmal auch gelöscht werden müssen.

Das Recht auf Vergessen

Das Dilemma zeigt sich besonders im Licht der EU-Datenschutzgrundverordnung, die in den kommenden zwei Jahren den Schutz von und Umgang mit Kundendaten völlig neu regelt. Diese Regeln betreffen längst nicht nur Europa: Ihre Wirkung schlägt durch auf sämtliche international agierende Unternehmen und damit auch auf die Back-Office-Funktionen aller großen Finanzinstitutionen.

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