Das Bayern Amerikas

Dienstag, 08.11.2016 11:00 von

Traditionspflege und Hightechhilfe, straffe Verwaltung und Sinn für Wirtschaft: Der konservative Staat Texas boomt. Besuch bei einem Erfolgsmodell.

Robert Wise legt nicht viel Wert darauf, was andere über ihn denken. Der Gründer von Hydrogen-XT, einem Start-up, das die USA mit Wasserstofftankstellen ausstatten will, trägt zum Geschäftstermin Khakishorts und weites T-Shirt. Und auch seine Meinung mag Wise nicht irgendwelchen Konventionen anpassen. „Der Klimawandel ist real. Wir müssen uns vom Öl (Rohöl) langfristig verabschieden“, lautet Wises Mantra. In Texas, dem Ölstaat schlechthin, sind solche Worte noch immer eine Provokation.

Wise hat früher für den Ölgiganten BP (BP Aktie) gearbeitet. Doch das ist Vergangenheit, im doppelten Sinne. Er ist sich mittlerweile einfach sicher, dass Autos mit Benzinmotoren keine Zukunft haben. Hier in Houston lasse sich das doch am besten erkennen, sagt der Zwei-Meter-Mann und tritt ans Fenster seines Büros. „Die Skyline wäre besser zu sehen, wenn wir nicht so viel Smog hätten.“

„Klima-Spinner“ nennen ihn seine Landsleute gerne. Doch Wise ist mit seiner 2010 gegründeten Firma wild entschlossen, eigene Zapfsäulen an Tankstellen zu betreiben und die Menschen per App dorthin zu lotsen. 500 Stück sollen es in den kommenden Jahren werden. Er versteht sich als Partner der großen Energiekonzerne, deren Erdgas er braucht – nicht als ihr Feind. „Der niedrige Ölpreis ist doch eine riesige Chance für Texas“, sagt Wise. „Der Bundesstaat könnte beweisen, dass er ohne Öl kann.“

Noch ist die Abhängigkeit spürbar. Seit Mitte 2014 der Ölpreis um mehr als die Hälfte einzubrechen begann, haben die in Houston ansässigen Multis allein in Texas 99.000 Jobs gestrichen. Der Staat schüttelte sich, ging aber nicht in die Knie. Die Wirtschaft wächst weiter, und die Arbeitslosenquote liegt immer noch unter fünf Prozent und damit unter dem US-Durchschnitt.

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