Daimler-Truck-Chef rechnet bis Jahresende mit Gegenwind in Europa

Mittwoch, 21.09.2016 10:38 von

HANNOVER (dpa-AFX) - Daimlers Truck-Vorstand Wolfgang Bernhard rechnet auch auf dem wichtigen Heimatmarkt Europa mit einem schwierigen Umfeld. Nach plus 17 Prozent bei den Verkäufen bis zum Juli lasse sich dieses Niveau in Richtung Jahresende sicherlich nicht halten, sagte er am Mittwoch zur Branchenmesse IAA in Hannover. Die Order in den Auftragsbüchern ließen nach, was Daimler (Daimler Aktie) vorsichtig stimme. "Es gibt keinen Grund zur Alarmstimmung", meinte Bernhard. Aber die jüngste Lage stimme ihn eindeutig zurückhaltender.

In Übersee kämpft Daimler bereits wie die gesamte Branche an vielen Fronten mit Problemen. Der wichtige Markt Brasilien etwa liege quasi am Boden. Auch in Indien, wo Daimler vor einigen Jahren ein eigenes Lkw-Werk hochzog, sei das Wachstum im dritten Quartal zum Erliegen gekommen. Die indische Regierung will eine bundesweit einheitliche Mehrwertsteuer einführen - wann und wie hoch, ist aber noch nicht klar. Das verunsichere die Kunden, sagte der Daimler-Manager.

Wegen des Gegenwinds hatte Daimler die Prognose seiner Nutzfahrzeuge bereits vor kurzem kassiert. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern werde 2016 "erheblich" sinken. "Erheblich heißt mehr als zehn Prozent Rückgang", sagte Bernhard. Der globale Absatz werde unter 500 000 Einheiten fallen. Verglichen mit ähnlichen Jahren in der jüngeren Vergangenheit stehe Daimler aber beim Gewinn besser da. "Wir haben mehr Wasser unterm Kiel. Wird sind robuster", sagte Bernhard.

Bei den globalen Marktanteilen sieht der Manager die Daimler-Sparte gut im Rennen. Im wichtigen nordamerikanischen Markt habe man diesen im bisherigen Jahresverlauf um 2,5 Prozentpunkte auf 41,1 Prozent gesteigert, in Deutschland um 3 Prozentpunkte auf 36,6 Prozent. In Indonesien laufe es dagegen etwas schwächer. Dort werde sich Daimlers Nutzfahrzeugsparte "neu aufstellen", kündigte Bernhard an, ohne Details zu nennen. Einzelheiten folgten in den nächsten Wochen./loh/DP/she