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Creditreform Boniversum GmbH: Das Überschuldungsrisiko der deutschen Verbraucher steigt

Donnerstag, 01.12.2016 15:05

DGAP-Media / 01.12.2016 / 15:00
 
 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
 
 Creditreform Boniversum GmbH
 
 Hellersbergstraße 11, 41460 Neuss
 Telefon 02131 109-5103
 Telefax 02131 109-85103
 E-Mail a.gulba@boniversum.de
 Internet www.boniversum.de
 
 Pressemitteilung
 
 Herbst 2016: Das Überschuldungsrisiko der deutschen Verbraucher steigt
 wieder an
 
 Die Hoffnung auf eine Trendwende hat sich nicht erfüllt. Nach einer
 Erholung im letzten Quartal verschlechtert sich der SchuldnerKlima-Index im
 Herbst 2016 auf 101,4 Punkte (- 0,9 Punkte). Das Überschuldungsrisiko der
 Verbraucher in Deutschland nimmt wieder zu.
 
 Kreditbasierte Anschaffungsbereitschaft steigt
 Sowohl die aktuelle Kreditnutzung der deutschen Verbraucher als auch die
 kreditbasierte Anschaffungsbereitschaft für die nächsten Monate haben im
 Herbst 2016 wieder, wenn auch nur leicht, zugenommen. Rund 61 Prozent der
 Verbraucher geben im Herbst 2016 an, "Kredite oder sonstige finanzielle
 Verbindlichkeiten und Verpflichtungen" zu haben (61,5 Prozent; + 0,3
 Punkte). Zudem nimmt die Bereitschaft der Verbraucher, zukünftige
 Anschaffungen mit Krediten bzw. "nicht aus eigenen Mitteln" tätigen zu
 wollen, wieder deutlich zu. So planen derzeit rund 34 Prozent der Befragten
 (34,2 Prozent; + 1,6 Punkte), in den nächsten drei Monaten weitere
 Anschaffungen mit Krediten zu finanzieren. Weiterhin stehen eher
 kurzfristige Konsumgüter und langfristige (mobile) Nutzgüter (PKW) im Fokus
 des Verbraucherinteresses. Die Nachfrage nach Immobilien verliert,
 mutmaßlich wegen des deutlich steigenden Preisniveaus, für viele
 Verbraucher an Attraktivität.
 
 Ökonomisches Potenzial: Lage- und Erwartungsurteile nahezu unverändert -
 Sparneigung steigt weiter
 Derzeit bewerten mehr als 30 Prozent der deutschen Verbraucher ihre
 aktuelle eigene wirtschaftliche Lage mit einer guten oder sehr guten
 Schulnote (30,3 Prozent; + 0,5 Punkte). Die eigene wirtschaftliche Lage für
 die nächsten Monate wird hingegen minimal schlechter bewertet (sehr gute
 oder gute Schulnote: 31,5 Prozent; - 0,3 Punkte) als im letzten Quartal.
 Ein wichtiger Grund für die aktuell positiven Einschätzungen bildet der
 Arbeitsmarkt in Deutschland: Er zeigt sich weiterhin robust. Die
 Arbeitslosenquote lag im Oktober 2016 bei 5,8 Prozent und damit auf dem
 niedrigsten Stand seit über 25 Jahren.
 
 Sparen liegt weiterhin im Trend. Der Zusatzindikator "Sparneigung"
 verbessert sich nochmals leicht und der Anteil "regelmäßiger
 Sparer" (Anteil: 33,7 Prozent; + 1,1 Punkte) erhöht sich weiter. Beide
 Entwicklungen sind aus der Überschuldungsperspektive erfreulich. Trotz
 leichtem Positivtrend legt aber auch die aktuelle Auswertung nahe, dass
 immer noch viele Verbraucher entweder auf die Bildung von Rücklagen durch
 regelmäßiges, aber auch sporadisches Sparen verzichten oder dazu nicht in
 der Lage sind, da ihre vorhandenen finanziellen Mittel zu gering sind.
 
 Schuldenstress-Index zeigt sich verschlechtert, ob-wohl der "häufige"
 Schuldenstress sinkt
 Der Indikator "Schuldenstress" belegt, dass weiterhin keine Entwarnung für
 die Überschuldungsgefährdung der deutschen Verbraucher gegeben werden kann.
 So hat sich der Teilindikatorwert "Subjektiver Schuldenstress" spürbar
 verschlechtert. Zwar ist der Anteil der Verbraucher, die angeben,
 "häufiger" das Gefühl zu haben, dass ihnen ihre "finanziellen
 Verbindlichkeiten über den Kopf wachsen könnten", zum zweiten Mal in Folge
 zurückgegangen (10,1 Prozent; - 2,5 Punkte). Jedoch fühlen sich deutlich
 mehr Verbraucher "manchmal von den finanziellen Verbindlichkeiten
 überfordert" (37,3 Prozent; + 2,3 Punkte) und auch der Anteil derjenigen
 Personen, die "finanziell gestresste Personen" im eigenen Umfeld kennen,
 ist von 63 auf 66 Prozent gestiegen (+ 3,2 Punkte). In einer Gesamtsicht
 hat sich der Wert des Indikators Schuldenstress wieder um rund vier auf 85
 Punkte verschlechtert (- 3,7 Punkte).
 
 Trübe Aussichten?
 Das SchuldnerKlima-Barometer liegt in diesem Quartal zwar knapp im "grünen
 Bereich", aber der deutlich positive Trend aus dem letzten Sommer hat sich
 umgekehrt. Die aktuellen Ergebnisse und der (insgesamt negative)
 Gesamttrend im Jahresverlauf korrespondieren mit den Ergebnissen des
 aktuellen SchuldnerAtlas Deutschland, der Anfang November 2016 vorgestellt
 wurde. Demnach hat sich die Überschuldungssituation der Verbraucher in
 Deutschland in den letzten zwölf Monaten nochmals, und zudem deutlicher als
 erwartet, verschlechtert.
 
 Alles in allem sind die aktuellen Ergebnisse als ambivalent einzustufen:
 Die meisten Verbraucher in Deutschland zeigen sich zwar einerseits
 weiterhin optimistisch ob der insgesamt beständig positiven Konjunkturlage
 der deutschen Wirtschaft. Andererseits - und das sind die aus
 Überschuldungsperspektive bedenklichen Nachrichten - haben ihre
 Verbindlichkeiten und die Kreditnutzung in den letzten Monaten, wenn auch
 nur leicht, zugenommen. Zudem ist die Bereitschaft der Verbraucher mit
 Hilfe von Krediten meist kurzfristige Konsumanschaffungen in den nächsten
 Monaten zu tätigen, wieder spürbar gestiegen. Die Hoffnung auf eine
 dauerhaft-nachhaltige Trendwende, die aus Überschuldungsperspektive auch
 von Ausgabenvorsicht und Konsumzurückhaltung gekennzeichnet wäre, bleibt
 daher weiterhin unerfüllt.
 
 "Für die nahe Zukunft ist, auch wegen des verstärkten Trends zur
 strukturellen Überschuldung, nicht mit einer nachhaltigen Entspannung der
 privaten Überschuldungslage in Deutschland zu rechnen", so Ralf Zirbes,
 Geschäftsführer Boniversum. "Wir gehen davon aus, dass die
 Überschuldungszahlen, nicht nur in den nächsten Monaten, weiter ansteigen
 werden. Unsere Zwischenauswertungen realer Überschuldungszahlen
 unterstützen diese Annahme leider."
 
 Weitere Informationen zu Ansatz und Methodik des SchuldnerKlima-Index
 Deutschland finden Sie im Gesamtbericht. Grafiken und den ausführlichen
 Bericht finden Sie unter http://www.boniversum.de/schuldnerklima-index.
 
 Über Boniversum:
 Die Creditreform Boniversum GmbH (Boniversum) ist einer der größten
 Anbieter von Bonitätsinformationen über Privatpersonen in Deutschland.
 Regelmäßig veröffentlicht Boniversum in Zusammenarbeit mit renommierten
 Partnern und Instituten umfangreiche Studien wie den SchuldnerAtlas und den
 SchuldnerKlima-Index, um Trends frühzeitig vorherzusehen und Veränderungen
 im Schuldnerverhalten oder in der Kreditaffinität sicher zu
 prognostizieren. Boniversum wurde 1997 gegründet und ist ein Unternehmen
 der Creditreform Gruppe.
 www.boniversum.de
 
 Neuss, 1. Dezember 2016; Zeichen inkl. Leerzeichen: ca. 5.375
 Ende der Pressemitteilung
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Emittent/Herausgeber: Creditreform Boniversum GmbH Schlagwort(e): Finanzen 01.12.2016 Veröffentlichung einer Pressemitteilung, übermittelt durch DGAP - ein Service der EQS Group AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. Die DGAP Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen. Medienarchiv unter http://www.dgap.de
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